Reeser Festmahl wird noch einmal aufgetischt

Eine Postkarte aus den 1920er Jahren zeigt das Reeser Amtsgericht
Eine Postkarte aus den 1920er Jahren zeigt das Reeser Amtsgericht
Foto: NRZ Emmerich
Was wir bereits wissen
Vor 40 Jahren wurde das Reeser Amtsgericht geschlossen. Seine Eröffnung wurde am 29. November 1909 groß gefeiert mit vielen Ehrengästen und einem Menü im Hotel Deymann. Das will Ressa nachstellen.

Rees..  Die Ära des Reeser Amtsgerichts endete vor 40 Jahren. Zum 1. Juli 1975 wurde das Gericht in Rees geschlossen, die Gerichtsbarkeit nach Emmerich verlegt. 450 000 alte Akten lagerten seit 1977 im Alten Amtsgericht bis sie in das ehemalige Gefängnis nach Rheinberg umgelagert wurden. Vor dem Hintergrund des Jubiläums war Helmut Heckmann vom Reeser Geschichtsverein aufgefallen, dass kaum Historisches über das Gericht veröffentlicht worden ist. Deswegen nahm er sich dieses Themas an. Bei seinem Vortrag vor dem Geschichtsverein, der sich mit dem Neubau 1909 befasste, entstand die Idee, das Festmahl der Eröffnungsfeier nachzustellen.

Denn dem Schriftführer von Ressa war es gelungen, sämtliche Unterlagen über die Eröffnungszeremonie einsehen zu können, inklusive der Einladungskarte, der Liste der Eingeladenen und des Festmenüs, das im Hotel Deymann an der Dellstraße eingenommen wurde.

Honoratioren von Stadt und Justiz

Am 29. November 1909 um 12.45 Uhr fanden sich die Honoratioren der Stadt, der Nachbarstädte, der Kirchengemeinden und Justizbehörden im Amtsgericht ein. Amtsgerichtsrat J.H. Lensing hatte das Infanterieregiment in Wesel gebeten, zur Eröffnung einige Märsche zu spielen. Nach den offiziellen Ansprachen zogen die Herrschaften, 58 an der Zahl, gemeinsam zum Hotel Deymann, natürlich gekleidet in Frack mit Zylinder.

Der 29. November 2015 ist der erste Advent, an dem die Reeser Werbegemeinschaft zum verkaufsoffenen Sonntag einlädt. So wird es zuerst im Alten Amtsgericht einen Empfang im ehemaligen Gerichtssaal geben, bevor die geladenen Herren, dieses sind erst einmal nur die Mitglieder von Ressa, gemeinsam zum Hotel Rheinpark ziehen werden. „Vielleicht auch mit Musik und einer kleinen Kutsche für unsere ältesten Mitglieder“, überlegt Helmut Heckmann. Die Herren – Damen sind nicht zugelassen – sollen möglichst Frack tragen, notfalls einen schwarzen Anzug und einen Zylinder tragen. Im Hotel Rheinpark wird das Festmenü serviert, nicht wie damals für vier Mark, sondern für 44 Euro. „Auch damals mussten die geladenen Gäste ihr Essen selbst bezahlen. Was vielleicht erklärt, dass nach den zahlreichen Einladungen sich nur 58 anmeldeten“, mutmaßt Heckmann. Die heutigen Ehrengäste werden mit Namensschildern ausgestattet, mit den Namen, die damals dabei waren. Einzig Peter Eyting wird seinen eigenen Namen tragen, gehörte doch sein Großvater Heinrich zu den Geladenen. Der Bürgermeister wird den Namen Sahler tragen und Helmut Heckmann hofft, dass sich auch Polizeibeamte und Feuerwehrleute anschließen, natürlich auch in historischen Kostümen. „Adressen von Kostümverleihern halte ich bereit.“

Nur männliche Ressa-Mitglieder oder solche, die es werden wollen, können am neungängigen Festmahl teilnehmen. Serviert wurden im Jahr 1909 Rheinhecht, Rehbraten und erlesene Weine. „Eine leichte Abwandlung wird es am 29. November geben, die Weine sind ebenfalls jüngeren Datums“, scherzt Heckmann. Anmeldungen zum Festessen bitte bis zum 1. Oktober online unter Ressa.Schriftfuehrer@t-online.de.