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Rees will vorbereitet sein

29.12.2012 | 10:00 Uhr
Rees will vorbereitet sein
Die Container müssen saniert werden, falls mehr Asylbewerber nach Rees kommen.Foto: Konrad Flintrop

Rees.   Rees bereitet sich vor: Stadt hat 460 000 Euro für Container-Sanierung in den Haushalt eingestellt.

Die Zahl der Asylbewerber steigt wieder an. Auch in Rees. Waren es bis Herbst monatlich ein bis zwei Personen, die der Stadt zugewiesen wurden, so sind es aktuell acht Personen pro Monat. „Glücklicherweise haben wir das Übergangswohnheim am Melatenweg nicht so weit zurückgebaut wie andere Kommunen“, ist Michael Becker, Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales in Rees, froh. Denn: Sollte der Trend anhalten, was nicht unwahrscheinlich ist, wird die Stadt am Melatenweg sanieren müssen.

Erstausstattung 30 000 Euro

Dafür hat die Stadt Rees 460 000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt. Und zusätzlich 30 000 Euro für die Erstausstattung der künftigen Bewohner.

Rees will vorbereitet sein. „Muss vorbereitet sein“, korrigiert Becker. Denn die Stadt muss dafür Sorge tragen, dass die ankommenden Menschen ein Dach über dem Kopf haben. „Wir können nicht erst renovieren, wenn alle Plätze belegt sind“, erklärt Michael Becker. Loslegen scheint ihm geboten, wenn rein rechnerisch 80 bis 90 Prozent der Plätze vergeben sind. Und das könnte im Laufe des ersten Halbjahres soweit sein, Baubeginn kann ja ohnehin erst nach Verabschiedung des Haushalts im März kommenden Jahres sein.

Die Stadt hat von ihren ehemals vier Containern noch drei. In einem haben Menschen ohne Obdach vorübergehend eine Unterkunft gefunden, aktuell zehn Personen. In den anderen beiden Container mit jeweils 14 Räumen sind die Asylbewerber untergebracht. „Rein rechnerisch ist hier Platz für je 56 Personen, also insgesamt 112 Personen“, sagt Becker. Vollbelegung schließt sich aber aus nachvollziehbaren Gründen aus: Weil in den Zimmern, die für vier Personen ausgelegt sind, nicht Männer und Frauen zusammen untergebracht werden können. Um Spannungen und Konflikten aus dem Weg zu gehen, werden auch Angehörige von Nationen, die sich sich miteinander im Konflikt oder gar im Kriegszustand befinden, nicht gemeinsam untergebracht. Und es gibt auch religiöse und ethnische Konflikte, die ein gemeinsames Leben in einem Zimmer ausschließen. „Das alles zu berücksichtigen wird natürlich schwieriger, je mehr Asylbewerber uns zugewiesen werden“, gibt Becker zu Bedenken. Grundsätzlich aber gilt: Die Asylbewerber erhalten, desto mehr Platz, je geringer die Belegung ist.

Normalerweise bleibt den städtischen Mitarbeitern eine Woche lang Zeit, um einen neuen Asylbewerber unterzubringen und die Bewohnerbelegung am Melatenweg „neu zu mischen“. Wenn es pressiert, kann ein Platz auch schon mal innerhalb von zwei Tagen gebraucht werden.

Übrigens: Der Stadt Rees kostet die Asylbewerber bei Einzelperson und Monat 217 Euro für Lebensmittel, 137 Euro Taschengeld, rund 100 Euro für die Unterkunft im Container inklusive Heizung und Strom und dann fehlt noch die Krankenhilfe. Die ja individuell aufgewendet werden muss. Insgesamt kamen so im abgelaufenen Jahr Kosten in Höhen von 247 000 Euro auf Rees zu.

Von Maria Raudszus



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