Quellwasser macht den Eltenberg noch schützenswerter

Die Eltener haben schon desöfteren gegen die Betuwe-Bahnlinie und deren Folgen protestiert.
Die Eltener haben schon desöfteren gegen die Betuwe-Bahnlinie und deren Folgen protestiert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Zuge aller Diskussionen um das dritte Betuwe-Bahngleich nebst Bundesstraße 8 am Eltenberg gibt es neuen Aspekt: Durch entdecktes Quellwasser scheint der Berg noch schützenswerter.

Elten..  Das dürfte ziemlich viel Wasser auf die Mühlen der Eltenberg-Retter sein. Kein Scherz: Offenbar gibt es am Wahrzeichen des Spargeldorfes bisher unentdecktes Quellwasser. Und zwar am Südhang der markanten Erhebung. „Das Wasser ist schon geprüft und taugt in Richtung Markenzeichen Heilquelle“, erklärte Hans-Jörgen Wernicke, Lokomotive der Bürgerinitiative, am frühen Donnerstagabend im Rahmen einer Pressekonferenz im Hotel Wanders. Auf die Möglichkeit hatten die Retter schon lange hingewiesen. Nur wollte es niemand im Zuge der Diskussion um die Betuwe-Bahnlinie nebst (verlegter) Bundesstraße 8 hören. Gut möglich, dass Elten auf dem Weg zum Kneipp-Kurort einen nun noch schützenswerteren Berg besitzt.

Ob’s auch nützt? Nächsten Donnerstag gibt der beteiligte Landesbetrieb Straßenbau NRW in Wesel einen Sachstandsbericht zur Umweltverträglichkeitsstudie, die sich explizit mit Bahn-Kilometer 68.32 befasst. Jener Stelle, die am Fuße des Eltenbergs liegt und durch eine lageveränderte B 8 nebst drittem Bahngleis angeknabbert würde. Wenn die angestrebte Bauvariante umgesetzt wird, die die Deutsche Bahn und auch die Kollegen von Straßen.NRW favorisieren.

Genau an dieser Stelle kam gestern die Eltener Bürgerinitiative ins Spiel. Die ist zwar zum Treffen am Donnerstag nicht eingeladen. Im Gegensatz zur Stadt Emmerich, dem Kreis Kleve, der Bezirksregierung in Düsseldorf und weiteren Trägern öffentlicher Belange. Trotzdem sitzt Hans-Jörgen Wernicke mit am Tisch. Der ehemalige Lehrer vertritt nämlich den im Urlaub weilenden Adalbert Niemers, den Emmericher Ortsgruppenchef des Naturschutzbundes (NABU). Hat deshalb auch Kenntnisse über die Inhalte der Umweltverträglichkeitsstudie.

Das Bottroper Architekturbüro Drecker hat für Straßen.NRW, wie im übrigen auch für die Bahn, die sieben Bauvarianten der Betuwe-Linie geprüft. Dabei aber die alte Variante von Eltenberg-Retter und Ex-Bahn-Ingenieur Johannes ten Brink aus dem Jahr 2013 verwendet. „Wie gewünscht schneidet unsere Variante am schlechtesten ab. Dabei hatten wir eine optimierte Variante vorgelegt. Als Reaktion auf die IVV-Prüfung im Auftrag des Rates der Stadt“, stellt Wernicke klar. Folge: Die Bürgerinitiative wird verlangen, die neuen Ten-Brink-Pläne zu prüfen.

Hier seien im November alle Kritikpunkte ausgemerzt worden: Gefährdung der Spijker Brücke, Eingriff in die Wild, mögliche Grenzüberschreitung auf niederländisches Gebiet, Gefährdung des Mühlentorso. „Ich frage mich, ob bei der Prüfung Dreckers eine böse Absicht im Spiel war“, stellt Wernicke gestern in den Sitzungsraum des Hotels Wanders, „beim Termin am Donnerstag müsste die Bezirksregierung sagen, es ist falsch geprüft worden – wenn die sich an Recht und Gesetz halten.“ Wenn nicht, stünde ein Anwalt bereit, das Thema zu übernehmen. Im Falle einer neuerlichen Prüfung will Wernicke aber nicht Drecker zum dritten Mal ranlassen: „Wir hätten einen unabhängigen Prüfer.“

Dass Betuwe plus Quellwasser auch in der Stadt Emmerich ein Thema sind, dürfte sich Mitte August widerspiegeln. Dann sind die Bürgermeister-Kandidaten gut vier Wochen vor der Wahl zur Podiumsdiskussion nach Elten eingeladen. Wernicke: „In Elten kann man zwar die Wahl nicht gewinnen, aber man kann sie hier verlieren.“