Q-Railing werkelt am höchsten Gebäude Indiens mit

Für Q-Railing geht’s hoch hinaus. Unternehmensinhaber Ronald Guliker hat einen 700 000 Euro wertvollen Auftrag im 12,5 Millionen Einwohner fassenden Mumbai (vormals Bombay) an Land gezogen.
Für Q-Railing geht’s hoch hinaus. Unternehmensinhaber Ronald Guliker hat einen 700 000 Euro wertvollen Auftrag im 12,5 Millionen Einwohner fassenden Mumbai (vormals Bombay) an Land gezogen.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Das Emmericher Unternehmen Q-Railing, das sich auf Geländer spezialisiert hat, ist am „World One“-Tower in Mumbai und an der U-Bahn in Rio de Janeiro beteiligt.

Klein-Netterden..  Für Q-Railing geht’s hoch hinaus. Und das ist wirklich physisch gemeint. Unternehmensinhaber Ronald Guliker hat einen 700 000 Euro wertvollen Auftrag im 12,5 Millionen Einwohner fassenden Mumbai (vormals Bombay) an Land gezogen. In der indischen Film-Metropole entsteht „World One“, ein Hochhaus, das mit 442 Metern Gardemaß das vorläufig höchste des Subkontinentes werden soll.

Tower mit 117 Etagen

Q-Railing liefert zum Projekt die Außengeländer der Balkone. Aufgrund von 117 Wohn- und Büroetagen wird die Zeitschiene des sich über zweieinhalb Jahre streckenden Projekts leicht erklärbar.

„40 Mitarbeiter von uns sind vor Ort. Wir stimmen uns dort mit dem Außenarchitekten ab und haben ein spezielles Design aus Edelstahl und Glas entwickelt“, erklärt Guliker im NRZ-Gespräch. Die Innenarchitektur wird vom italienischen Designer Armani aus Mailand bestritten. Heißt: Gut betuchte Klientel ist die Zielgruppe.

Ein weiterer Auftrag neben zwei Projekten in Pakistan und Brasilien könnte für Q-Railing der Neubau des Terminals 4 am Londoner Großflughafen in Heathrow sein. „Wir haben vor Ort unsere Geländer auf Bombensicherheit testen lassen und bestanden“, so Guliker, „wir hoffen auf den Zuschlag.“

Der wäre für das Unternehmen rund 300 000 Euro wert. „Wir freuen uns natürlich über große Sachen, leben aber in erster Linie von kleinen Aufträgen mit einem Volumen von tausend Euro im Schnitt“, sagt der 43-jährige Geschäftsführer: „Schlosser oder Glaser, die sich um Häuser kümmern, sind unsere Hauptkunden.“

Den Reiz machen natürlich die Großprojekte aus. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Sommer 2014 war Q-Railing an zwei Stadien beteiligt. Neben dem Maracana in Rio de Janeiro auch am Amazonia in Manaus. Danach lieferten die Emmericher die Geländer für die neue Arena des achtmaligen Meisters Palmeiras aus Sao Paulo.

Brasilien bleibt im Fokus. Nicht nur, weil es vor Ort eine Q-Railing-Filiale gibt. Am Ausbau der U-Bahn durch Rio verdient die Firma mit Sitz an der Marie-Curie-Straße ebenfalls. Auch hier sind sichere, wertvolle Geländer gefragt. „Aus dem Handelshaus-Status sind wir raus. Wir liefern nicht nur Material, das oft aus Fernost kommt, aber auch aus Brasilien. Mittlerweile planen und entwickeln wir Dinge mit“, hebt Ronald Guliker hervor.

Der im niederländischen Den Haag gebürtige, aber in Rees-Millingen aufgewachsene Unternehmer hat bis 2020 forsche Pläne: „In den kommenden fünf Jahren wollen wir uns verdoppeln.“

2006 gegründet, wies Q-Railing zuletzt einen Jahresumsatz von 45 Millionen Euro auf. „Darauf“, betont Guliker, „sind wir durchaus stolz.“ Dass sich das Hüthumer Elferratsmitglied ein wenig Fußball-Sponsoring leistet, ist dem Hobby geschuldet. Neben der Schalke-Firmenloge, die Q-Railing sich leitet, unterstützt Guliker das englische Premier-League-Team Stoke City aus der Heimat-Arbeiterstadt von Sänger Robbie Williams.

180 000 Euro für den Fankurve-Namen, zwei Werbeeinblendungen pro Match auf der LED-Bande plus Loge sind schnäppchenverdächtig. „Stoke ist als Klub familiär wie Bochum. Das passt zu uns“, sagt Guliker, der auch schon eine Sponsoring-Anfrage von Manchester United hatte – aber ablehnte.

Übrigens:

Haupt- und Handelsschule hat er „geschmissen“. Dennoch ist Ronald Guliker erfolgreich. Der 43-Jährige arbeitete sich im Familienbetrieb vom Lager bis in die Chefetage durch. Führt Q-Railing, dazu G-Fittings (für Glasschiebetüren und Duschwände) sowie die von Papa Wouter 1980 gegründete Antiqua (für Altstadt-Laternen und Zapfanlagen).


155 Arbeitsplätze gibt es in Emmerich, weltweit mit neun Außenstellen plus vier Vertragspartnern gut 250 Mitarbeiter.