Prominente Frauen stifteten BHs

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Rees..  Es gibt Begegnungen, da stimmt auf Anhieb die Chemie. Als Apothekerin Esther Beckmann die Chefärztin des Brustzentrums am Marien Hospital in Wesel, Dr. Daniela Rezek, kennen lernte, entwickelte sich im Gespräch die Idee, die in ganz NRW bekannte Ausstellung „Aktion B, Brustgesundheit am Niederrhein“ nach Rees zu holen. Und da diese Ausstellung, die in Wesel initiiert wurde, bereits schon in Ministerien und vielen Städten am Niederrhein zu sehen war, holten die beiden Damen die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rees, Birgit Fischer, mit ins Boot. Gemeinsam schmiedeten sie den Plan, die Ausstellung im Rahmen der Infobörse für Frauen am 12. März im Bürgerhaus Rees zu zeigen. Eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Dr. Rezek, die die Klinik für Senologie und Brustgesundheit leitet, weiß, dass Brustkrebs zu 95 Prozent heilbar ist. Um so wichtiger ist es, die Frauen, auch schon in jungen Jahren, zu sensibilisieren, ihre Brust zu kennen und jede Veränderung zu registrieren. Aber das muss erst einmal in das Bewusstsein – insbesondere von gesunden Frauen – gelangen.

Regelmäßig zum Screening

Vor diesem Hintergrund wurde in Wesel der Verein Aktion B unter Vorsitz von Dr. Rezek gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, über die Kunst Frauen anzusprechen und zu mobilisieren. Dazu haben prominente Frauen ihre eigenen BHs und Brustbeutel gespendet, die niederrheinische Künstlerinnen mit großer Kreativität zu ganz unterschiedlichen Kunstobjekten verwandelt haben.

Aus dem Kreis ihrer Kunden weiß Esther Beckmann, dass aktuell in Rees Brustkrebs ein großes Thema ist, zahlreiche Frauen erkrankt sind. „Die Statistik zeigt nicht, dass hier am Niederrhein mehr Brustkrebserkrankungen vorkommen als anderswo“, beruhigt Dr. Rezek. Dennoch will sie mit vielen Informationen und dem Aufruf, regelmäßig sich dem Screening zu unterziehen und die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, die Reeser Bevölkerung ansprechen. Bei der Veranstaltung geht es primär um Prävention. „Wir sind sehr froh, dass die Stadt Rees mit uns kooperiert“, zeigt sich Esther Beckmann erfreut.

Bereits im Jahr 2008 wurde die Idee der Wanderausstellung geboren. Bekannte Weselerinnen, wie Dolly Buster, aber auch Redakteurinnen, die Bürgermeisterin, Radiosprecherinnen, Politikerinnen und Unternehmerinnen haben anonym ihren BH gespendet. Sie wurden dann an die Künstlerinnen, ebenfalls vom Niederrhein, verteilt. Jedes Dessous wurde kunstvoll gestaltet. Eingebunden war die Werkschau in Lesungen, Krimi-Dinner, Aktionskunst. Und immer heißt die Botschaft: „Frauen, schaut auf Euch! Seid achtsam, kümmert euch um den Inhalt des BHs, nutzt alle Formen der Früherkennung!“

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