Projekt „Gegen das Vergessen“

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Haldern..  In Haldern ist die Jugendarbeit hervorragend aufgestellt. Die evangelische Kirchengemeinde hat sich seit Jahren auf die Fahne geschrieben, für Kinder und Jugendliche Ansprechpartner zu sein und hat seit Jahren hauptamtliche Jugendleiter, wie jetzt Benedikt Kosel, eingestellt. Das ist nicht in allen Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Wesel so, zu dem auch Rees, Isselburg und Emmerich gehören.

Im April 2014 wurde die Jugendreferentin Michaela Leyendecker vom Kirchenkreis eingestellt, um die Jugendarbeit am rechten Niederrhein zu koordinieren und beleben. Und da die 46-jährige Religionspädagogin und studierte Sozialarbeiterin in Duisburg wohnt, hat sie sich als sogenanntes „Gemeindeglied in besonderen Fällen“ für Haldern als „ihre Gemeinde“ entschieden.

Von Wesel aus berät sie die Hauptamtlichen, stößt Initiativen für Projekte an und kümmert sich um deren Finanzierung. „Ich war selbst 18 Jahre in Oberhausen als Jugendhausleiterin tätig und weiß, was für ein hartes Brot es ist, als Einzelkämpfer etwas zu erreichen.“ Jetzt kann sie Hilfestellungen geben, wenn es beispielsweise um Zuschüsse von der Landeskirche geht. Da die Halderner Pfarrerin Elke Spörkel auch als Jugendpfarrerin im Kirchenkreis tätig ist, kennen sich beide bereits seit langem.

Aktuell hat Michaela Leyendecker mit den jeweiligen Ansprechpartnern in den Gemeinden eine Broschüre mit Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche erstellt. Die erste Veranstaltung, die sie bewirbt, ist der Besuch des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Stuttgart vom 3. bis 7. Juni. Hier koordiniert Michaela Leyendecker die Fahrt mit Programm, Unterbringung und Verpflegung für 120, bzw. 100 Euro. „Besonders wenn unsere Konfirmierten mitfahren, fände ich das sehr schön“, wünscht sich Elke Spörkel, die bereits mit der Fahrt einiger Jugendlicher nach Hamburg gute Erfahrungen gemacht hat. Weiterhin werden diverse Ferienfreizeiten, Ferienspaß-Aktionen und die beliebte Halderner Kinderbibelwoche angeboten.

In Haldern startet jetzt auch das nächste Projekt, das den Namen „Gegen das Vergessen – verdammt lang her“ trägt. Dabei sollen sich die Jugendlichen mit den Verbrechen der Nazizeit auseinandersetzen, insbesondere mit der Situation der Opfer. „Gerade erst haben wir mit Jugendlichen die NS-Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg besucht“, erzählt Leyendecker. Dort wurden Behinderte und psychisch Kranke ermordet. Heute ist die Anstalt eine Gedenkstätte.

Fahrt nach Auschwitz

Auch in Haldern gab es ein Krankenhaus mit Behindertenstation, weiß Spörkel zu berichten. Jetzt werden Jugendliche aus der Gemeinde recherchieren, ob es Opfer in Haldern gab. „Jedes Opfer hat ein Gesicht. Daher wollen wir schauen, ob es auch bei uns Stätten für Stolpersteine gibt“, so Spörkel. Und lädt zur Radtour zu umliegenden Stolpersteinen ein, die am 19. April nach dem Gottesdienst startet. Auch eine Fahrt ins Konzentrationslager Auschwitz hat die Jugendreferentin vorgesehen.