Probat ist ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb

Jürgen Kaiser von der IHK überreichte Probat-Geschäftsführer Wim Abbing (2.v.re.) die Urkunde.
Jürgen Kaiser von der IHK überreichte Probat-Geschäftsführer Wim Abbing (2.v.re.) die Urkunde.
Foto: FUNKE Foto Services
Fachkräfte-Engpass spitzt sich noch weiter zu. Zwei allgemeine Tendenzen sind bedrohlich für Firmen wie Probat: Immer mehr Schulabgänger studieren oder gehen weiter zur Schule. Und die Demografie.

Emmerich..  Jetzt hat es der Maschinenbauer schwarz auf weiß. Er ist ein ausgezeichnter Ausbildungsbetrieb! Jürgen Kaiser von der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg (IHK) überreichte die Urkunde im Beisein einiger Ausbilder an Probat-Geschäftsführer Wim Abbing. Das Siegel macht sich gut fürs Firmen-Image, damit lässt sich gut werben. Wim Abbing erinnerte daran, dass Probat in seiner langen Geschichte immer schon für eine qualitativ und quantitativ hochwertige Ausbildung gestanden habe.

Wichtiges Signal

Der Hersteller großer Kaffeeröstmaschinen stellt pro Jahr zwischen zehn und 15 neue Lehrlinge in den verschiedenen Berufssparten ein, bildet also reichlich aus. Und zum 1. August 2015 startet ein neues gutes Dutzend an der Reeser Straße ins Berufsleben.

Solche Zahlen sind aber keine Selbstläufer. Ausbilderin Manuela Werder schlägt Alarm. „Wir haben Schwierigkeiten, geeignete Schüler zu finden. Vor allem im Elektronikbereich ist es ganz schwierig. Dafür müssen wir schon eine ganze Menge tun.“

200 Bewerbungsschreiben landen pro Jahr auf dem Schreibtisch der Personalabteilung. Die Interessenten haben dabei auf Stellenausschreibungen in Zeitungen oder in Online-Portalen von Probat oder IHK reagiert. Die meisten Azubis werden nach ihrer Lehre übernommen. „In den letzten Jahren haben wir kaum einen gehen lassen“, so Ausbilder Jörg Gabriel.

Auch Jürgen Kaiser, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereiches Bildung und Technologie bei der IHK, wusste zu berichten, dass sich die Situation deutlich verschlechtert habe: „Es wird immer schwieriger, Ausbildungsstellen zu besetzen.“ Deshalb stelle die Auszeichnung von Probat als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb ein „wichtiges Signal“ dar, sich zu engagieren, sich dem Fachkräftemangel mit aller Macht entgegenzustemmen.

Denn der werde sich durch zwei allgemeine Entwicklungen noch weiter verschärfen: „Weil immer mehr Schulabgänger dazu tendieren, zu studieren oder weiterführende Schulen zu besuchen und wegen des demografischen Wandels.“ In zehn Jahren gebe es 20 Prozent weniger Schulabgänger, rechnete Kaiser vor.

Die Wirtschaft hält es für ungerecht, wenn die Politik fordere, es müsse noch mehr passieren. Wim Abbing, seit Ende 2013 Vorsitzender der Unternehmerverbandsgruppe, wurde deutlicher: „Landesregierung und Gewerkschaften schieben uns den Schwarzen Peter zu. Wir sind die Blöden, weil wir nicht genug ausbilden.“ Niemand käme auf die Idee zu fordern, dass die Unis alle Bachelors übernehmen müssten.

Jürgen Kaiser hob das ehrenamtliche Engagement der Probat-Ausbilder in den Prüfungsausschüssen der IHK hervor. „Wir als IHK verfügen gar nicht über das Know-how.“ Dieser Einsatz sei vorbildlich, wie auch das Duale System, um das viele Deutschland beneideten.