Prinz Linus kann perfekt Emmerks Platt

Praest..  Da waren die Besucher der Mundartmesse am Samstagabend platt. Denn Emmerichs Kinderprinz Linus I. präsentierte seine Dankesworte für einen gelungenen Gottesdienst in der St.-Johannes-Baptist-Kirche samt Ordensübergabe und „Kösskes“ von „Prinzess Melina“ in Emmereks Platt.

„Tesamehämmeweij in onse Mudersprookgebäje, gesonge, an pläsierig was et ook“, gab sich die kleine Tollität sprach- und wortgewandt. Möglich machte es ein Praester Urgestein – nämlich Opa Hermann (Tebaay), der als „Ghostwriter“ Linus im Vorfeld zur Seite stand.

Der kleine Prinz stand damit ins Nichts GECK-Präsident Bernd Schugt und Prinzenpaar Kathi I. und Michael II. nach. Schugt wählte nämlich lieber die hochdeutsche (Dankan-)Sprache und wandte sich an das Narrenvolk mit großer und kleiner Garde, dem GECK, den Vertretern der acht Karnevalsvereine und nicht zuletzt dem einen oder anderen „Proot Platt“-Mitglied.

Bei so viel Karnevalspower fühlte sich das Maskottchen der Kindergarde Erwin auf den Altarstufen richtig wohl. Ganz allein ohne Gardebegleitung war der Pappmaschee-Liebling nicht. Aus der Kindergarde waren Georgia Epping und Jonathan Passens, von den Großen Rainer und Michael Wolters als Messdiener mit von der Partie.

Der Reihe nach: Während 2014 noch Pastor Bienemann, der mittlerweile im Martinus-Stift Elten lebt, seinem Mitbruder Ewald Brammen zur Seite stand, so musste Letzterer diesmal allein den 18. Gottesdienst dieser Art zelebrieren. Gecoached von Hermann Hellebrand, der mit Manfred Brockmann die Vorbereitung der Mundartmesse übernahm, klappte es mit dem Emmereks Platt. „Mein ehemaliger Schulfreund gibt sich redlich Mühe“, so Hellebrand, der nicht verschwieg, dass der emeritierte Pfarrer Brammen zu lange durch sein Priesterdasein mit Bocholter Platt zutun gehabt habe. Jedoch nicht mit dem Plattsprechen, sondern vielmehr mit einem Wort hatte der Geistliche Probleme.

Das Wort „Prinzenproklamation“ ging ihm so gar nicht über die Lippen und endete stets im Gestottere. Wobei das Wort doch etwas ganz Christliches beinhalte, erklärte er in seiner Predigt. Es ginge schließlich ums Bekanntmachen. Das Bekanntmachen von Jesus, das war bei den Jüngern, allen voran auch bei Johannes dem Täufer, stets angesagt, wusste Brammen. Damit ihm das Wort „Prinzenproklamation“ bei der Aussprache keine Probleme mehr bereite, lud ihn GECK-Präsident Schugt zur nächsten Proklamation 2015 ins Stadttheater ein. Doch bis dahin ist es noch eine Weile.