Polizist rettet vier Bewohner vor Feuer in Emmerich

Der Dachstuhl wurde bei einem Brand völlig zerstört.
Der Dachstuhl wurde bei einem Brand völlig zerstört.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus wurde ein 37-Jähriger wegen versuchter schwerer Brandstiftung festgenommen. Er stand unter Drogen.

Emmerich.. Nur ein paar Stunden nach dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus auf der van Gülpen-Straße 33 in Emmerich war kaum noch etwas von der turbulenten Nacht zu sehen: der Fußweg vor den Hausnummern 33 und 35 mit Gittern und Flatterband abgesperrt, zusammengekehrte Brandreste, und wenn man durch die offene Haustür schaute, sah man noch einen Wasserschlauch.

Nur wenn man den Hals mächtig reckte, erblickte man deutlichere Spuren des Flammen-Infernos: ein Kamin, dessen Schieferkleid teilweise abgeplatzt und verbrannt war. Das Dach wurde völlig zerstört. In der Wohnung darunter standen die Fenster zum Durchlüften sperrangelweit offen. Löschwasser war, unvermeidbar, durch die Steckdosen in die Wohnung eingedrungen und machte die Räume fürs Erste unbewohnbar. Die Dachgeschosswohnung selbst wurde komplett zerstört.

Unter Drogeneinfluss

Gespenstische Szenen fast wie in einem Krimi hatten sich in der Nacht zu Mittwoch auf mehreren Häuserdächern mitten in Emmerich abgespielt. Der 37 Jahre alte Mieter der Dachgeschosswohnung war gegen 4 Uhr durch das Dachfenster nach draußen geklettert. Er lief über die Dächer dreier Häuser und informierte einen Nachbarn über den Brand. Der Nachbar informierte sofort Polizei und Feuerwehr. Der 37-Jährige stieg anschließend durch das Dachfenster in die Wohnung seines 47-jährigen Nachbarn, flüchtete dann aber sofort wieder.

Unfall Noch vor Eintreffen der Feuerwehr rannte ein 56-jähriger Polizeibeamter in das Haus, trat mehrere Wohnungstüren ein und rettete vier Bewohner. Bei dieser Aktion zog sich der entschlossen handelnde Polizist eine Rauchgasvergiftung zu und wurde ins Willibrord-Spital eingeliefert, mittags aber wieder entlassen und begab sich nach Hause, um auszuschlafen.

Aufgrund von Zeugenhinweisen durchsuchte die Kripo den Keller des Nachbarhauses. Dort entdeckten sie den 37-Jährigen und nahmen ihn wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung fest: „Es gibt Zeugenaussagen, die den Verdacht begründen“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Kripo ermittelt.

Mehr Klarheit dürften die Vernehmung und die Spurensuche in der beschlagnahmten Dachgeschosswohnung bringen. Der Tatverdächtige stand unter Drogen, ein Schnelltest verlief positiv. Auf der Polizeiwache wurde von dem Mann eine Blutprobe entnommen, die in einem Labor analysiert wird.

Zugang zur Dachgeschosswohnung war schwierig

Als die Feuerwehr mit Drehleiter und 45 Mann (Löschzüge Stadt, Vrasselt, Hüthum) eintraf, brannte es bereits lichterloh. Der Zugang zur Dachgeschosswohnung gestaltete sich schwierig, weil die schmale Holzstiege bereits mit brennenden Trümmerteilen übersät war, die zunächst weggeräumt werden mussten, was eine Zeit in Anspruch nahm. Abzuklären war auch die Tragfähigkeit der Holzkonstruktion.

Der Feuerwehr gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser zu verhindern. Auch das Ordnungsamt war vor Ort und kümmerte sich um die Unterbringung von sechs Personen, die vorerst privat unterkamen.

Brand Der Einsatz der Feuerwehr dauerte bis gegen 8 Uhr, aber die Wehrmänner waren auch danach noch eine längere Zeit mit Reinigungs- und Aufräumarbeiten auf der Feuerwache beschäftigt. Für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Emmerich war es der vierte Einsatz in dem noch jungen Jahr.

14 Helfer der Malteser aus Emmerich, Rees und Kleve unterstützten die Feuerwehr und versorgten sie mit Kaffee. Zwei Rettungswagen, ein Krankentransporter, ein Gerätewagen, zwei Behindertentransportkraftwagen und der Einsatzleiterwagen waren im Einsatz. Der MHD betreute zwölf Bewohner, die später dann in die Cafeteria des Spitals gebracht wurden.