Politik beschließt Vision rund ums Löwentor

Emmerich..  Fettgedruckt und unterstrichen steht es im Beschlussvorschlag: Einen „Vorentwurf des Konzeptes“ zur städtebaulichen Einbindung Löwentor als Grundlage für weitere Planungsschritte hat der Ausschuss für Stadtentwicklung in der Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen. Das so zu unterstreichen ist auch deshalb so wichtig, weil die von Prof. Heinz Jahnen Pflüger (Büro HJP Planer) vorgestellten – nennen wir es mal – Visionen, längst noch keine zu erwartende Realität sind. Die Pläne für den Kreisverkehr, die Pkw- sowie die Radfahrer- und Fußgänger-Unterführungen sind durchaus konkret. Aber was das Umfeld vom Bahnhof über die Mennonitenstraße bis zum Gisbert-Lensing-Park angeht, da muss man wohl eher von einem wünschenswerten Idealbild sprechen.

Prof. Jahnen hat eine komplette Umgestaltung des Bahnhofes entwickelt – Eigentümer ist wohlbemerkt die Deutsche Bahn und nicht die Stadt. Im Vorentwurf ist festgehalten, Bus- und Autoverkehr auf dem Bahnhofsgelände zu entflechten, Parkplätze Richtung Westen zu erweitern, einen Bahnhofsvorplatz mit Durchblick bis zu den Gleisen zu schaffen, ein neues Bahnhofsgebäude östlich davon zu errichten, und auch ein „Park & Ride“ noch weiter östlich zu schaffen (totes Gleis). Radfahrer könnte vom Kreisverkehr aus direkt an den Gleisen entlang zum Bahnhof gelangen und müssten die Bahnhofstraße nicht mehr kreuzen. Langfristig wünschenswert wäre eine Anbindung des Bahnhofs nördlich der Gleise.

Spektakulär sind die Ideen für das „Innenstadteingangstor“ Ecke Ostwall/Mennonitenstraße. Hier könnten zwei viergeschossige Eckgebäude mit Glasfassaden (die Polizei-Ansiedlung scheint auf dem Wemmer & Janssen-Areal schon eingeplant zu sein) eine Toroptik schaffen. Dem Gisbert-Lensing-Park fehle ein Motiv. „Sie könnten mit einem Wassermotiv die Verbindung zur Promenade schaffen“, so Jahnen. Am ehesten umsetzbar wäre wohl die Gestaltung des neuen Fußgänger- und Radfahrtunnels mit markanten Lichteffekten im Disco-Look. „Das Licht würde mit den Nutzern wandern. Man sieht also, wenn jemand abends entgegen kommt. Man fühlt sich sicherer“, sagt Prof. Jahnen. Ernüchternd ist folgende Einschätzung Jahnens: „Sie müssen davon ausgehen, dass Radfahrer auch die Pkw-Unterführung nutzen werden.“

„Dieser Vorentwurf hat Charme. Hervorragend“, urteilte André Spiertz (BGE). Dem schlossen sich alle Fraktionen an.