Kabarett
Pointen trafen ins Schwarze
19.03.2010 | 11:46 Uhr 2010-03-19T11:46:00+0100Emmerich. Am Abend des 24. April steht fest, wer den niederrheinischen Kabarettpreis das „Schwarze Schaf 2010“ gewinnt.
Das Emmericher Publikum hatte da am ersten Abend der Vorrunde eine ganz klare Meinung: Joachim Zawischa wurde zum Sieger gekürt. „Ich fühle mich richtig gut“, kommentierte der Schauspieler aus Dresden, der heute in der Nähe von Hamburg lebt.
Er präsentierte im PAN Kunstforum Ausschnitte aus seinem zweiten Kabarettprogramm „Vorn ist Hinten“. Ob er allerdings auch die Jury überzeugte, wurde nicht bekannt gegeben.
Denn dieser Abend gehörte zu den acht Vorrunden, in denen vier Nachwuchskabarettisten 20 Minuten das „Schwarze Schaf“ jagen dürfen und eine Nominierung für das Finale erhoffen.</p><p>Mit Zawischa war ein Ossi dabei, Tilman Lucke vertrat die Schwaben, Knuth und Tucek die Quotenfrauen und Uli Masuth die Sparte der ehemaligen Kirchenmusiker.
Politisch, gesellschaftskritisch und unterhaltsam kamen alle daher, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Zawischa überzeugte wohl als „gelernter Ossi“ mit seinem schauspielerischen Talent, zahlreichen neuen Wortschöpfungen wie „Halleluja-Staude“ für den Tannenbaum, einer atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der er die bissigen Pointen servierte und dem Mut, den Song „Karneval im Bundestag“ ausgerechnet in der Karnevals-Hochburg Niederrhein zu singen.
Dazu gefiel der direkte Kontakt zum Publikum. Diesen beherrschte auch Uli Masuth. Er erhielt viel Zwischenbeifall, als er die Englischkenntnisse des Günther Oettinger als „Sternstunde der Realsatire“ bezeichnete. So wird man auf jeden Fall unfreiwillig zum You-Tube-Star.
Als Eisbrecher betätigte sich der junge Kabarettist Tilman Lucke und hatte es schwer, als Meister des eher leisen poetisch-literarischen Kabaretts die Lacher auf seine Seite zu bringen. Auch wenn die PIGS den Euro bedrohen. Hinter dieser Abkürzung verbergen sich die Länder Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Als Höhepunkt seines Auftritts erwies sich sein Lied „Atomkraft“, das er mit rollendem R zu Gehör brachte. Die beiden Damen aus der Schweiz “Knuth und Tucek“ überzeugten mit ihren stimmgewaltigen Liedern, in denen sie unliebsame Wahrheiten in leichter musikalischer Verpackung mit einem Lächeln „verkauften“.
Die NRZ hat die Teilnehmer in einer Serie vorgestellt.
0mitdiskutieren