Platz für zehn Flüchtlinge geschaffen

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Rees..  Eine dramatische Flüchtlingswelle überschwemmt in diesen Tagen NRW und macht eine Erhöhung der Kapazitäten bei der Erstaufnahme nötig. Das Land muss akut sein Kontingent auf 20 000 Plätze für Flüchtlinge erhöhen und kontaktierte in diesem Zug am Dienstag auch die Stadt Rees. Wie Bürgermeister Christoph Gerwers im nichtöffentlichen Teil die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses informierte, werden weitere zehn Flüchtlinge in der Zentralen Unterbringungseinrichtung am Groiner Kirchweg untergebracht.

Gerwers war von der Bezirksregierung Düsseldorf gebeten worden, zusätzliche Plätze in der Einrichtung zur Verfügung zu stellen. Dirk Fahrland, Leiter der Malteser-Einrichtung, der sich umgehend mit Bürgermeister Gerwers zusammensetzte, sah es als seine Aufgabe als Malteser an, zu helfen, versicherte aber auch, dass die Einrichtung die zusätzlichen zehn Flüchtlinge durchaus aufnehmen und betreuen könne. Denn die Arbeit in der Einrichtung laufe ausgesprochen gut, die Flüchtlinge fühlten sehr gut aufgenommen und auch die Anwohner seien mit der derzeitigen Entwicklung in der Einrichtung sehr zufrieden.

Die Stadtverwaltung hatte noch am Nachmittag dem Sprecher der Anwohner mitgeteilt, dass vorübergehend in der Einrichtung nun insgesamt 160 Menschen Schutz und Unterkunft finden werden.

Mit der vorübergehenden Aufnahme von zehn zusätzlichen Flüchtlingen bewegt sich die Belegung im zulässigen Rahmen. Für sie wurden in den Sozialräumen zusätzliche Betten aufgestellt. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Stimmung in der Einrichtung gut bleibt und keine Notlager-Atmosphäre entsteht. Daher wird es auch keine weiteren zusätzlichen Zuweisungen geben“, betonte Christoph Gerwers gestern auf NRZ-Anfrage.

Von Anwohner Michael Scholten war kritisiert worden, dass die Stadt sich nicht an die ursprünglich angegebene Zahl von 144 Flüchtlingen halte. Diese Zahl ergab sich rechnerisch, so die Verwaltung, weil pro Gebäuderiegel zunächst jeweils im rechten und linken Trakt je sechs Zimmer à sechs Betten eingerichtet werden sollten. Aber auch der Mitteltrakt, in dem sich Sozialräume befinden, wurde bereits im Vorfeld mit Betten ausgestattet, weil er planungsrechtlich für die Unterbringung genutzt werden darf. Hier befinden sich – neu -- in zwei Räumen fünf Betten.

Scholten sprach von Problemen in der Nachbarschaft, die am Runden Tisch diskutiert worden seien. „Hier geht es in der Hauptsache um die Verkehrssicherheit, etwa dem Wunsch nach einem Zebrastreifen“, widerspricht Gerwers. Otti Stukenborg, deren Grundstück hinter der Einrichtung liegt, kann nicht bestätigen, dass es zu einer besonderen Belastung durch die Flüchtlinge kommt. „Natürlich sind die Kinder mal laut, das ist auch schon alles.“