Plantage in Emmerich war „hoch-professionell“

Vor dem Landgericht in Kleve musste sich erneut ein 62-Jähriger Emmericher wegen Drogenhandels verantworten. Acht Zeugen sagten aus, darunter auch seine Schwester,.
Vor dem Landgericht in Kleve musste sich erneut ein 62-Jähriger Emmericher wegen Drogenhandels verantworten. Acht Zeugen sagten aus, darunter auch seine Schwester,.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Im Fall des Emmerichers, der wegen Drogenhandels angeklagt ist, sagten nun acht Zeugen aus – darunter seine Schwester. Am kommenden Montag, 16. Dezember, soll das Urteil fallen.

Emmerich/Kalkar.. Die Vernehmung acht weiterer Zeugen machte eines deutlich: Es gibt viele Parallelen zwischen den drei Fällen, die einem einem 62-jährigen Emmericher zur Last gelegt werden. Dieser hatte jeweils in Didam und Emmerich Lagerhallen, sowie in Kalkar ein Restaurant-Gebäude gepachtet. Alle drei vermietete er weiter – an wen, ist undurchsichtig – vermutlich eine niederländische Drogenbande. Denn: In allen Lokalitäten wurden Marihuana-Plantagen betrieben. Und diese wiesen jedes Mal ein hohes Maß an Professionalität auf, wie nun auch ein Polizeihauptkommissar aus Emmerich vor dem Landgericht aussagte. Vor diesem muss sich der Angeklagte seit November verantworten, weil er bandenmäßig mit Drogen gehandelt haben soll. Verurteilt für zwei dieser drei Fälle wurde er bereits. Er legte allerdings Berufung ein – mit Erfolg.

65 000 Euro auf den Tisch gelegt

Gestern berichtete abermals der Emmericher Kommissar, welch’ professionelle, wenn auch abgeerntete Cannabisplantage er im Mai 2012 am Klinkerweg in Klein-Netterden vorgefunden hatte. „So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Die Plantage war hoch-professionell betrieben“, erzählte der erfahrene Rauschgiftermittler. Auch sein niederländischer Kollege bestätigte, dass die Plantage in Didam einen hohen Standard aufwies. Ebenso wie die Plantage, die im März diesen Jahres in einer Wohnung in Kalkar aufflog – in dem vom Angeklagten gepachteten Gebäude. Dort betrieb er einen Gastronomiebetrieb und hatte zudem die darüberliegende Wohnung vermietet.

Die Mieter dieser Wohnung habe man nie gesehen. Auch die vielen Umbauarbeiten, die zur Errichtung der Plantage notwendig waren, „haben wir nicht mitbekommen“, erklärte die Schwester des Angeklagten vor Gericht. Außer Mittwochs war sie täglich in dem Restaurant in Wissel als Köchin beschäftigt. Gedanken darüber, dass dort vielleicht etwas illegales Laufen könnte, hat sie sich nicht gemacht. Denn um Mietangelegenheiten, „hat sich immer mein Bruder gekümmert“.

Das bestätigte auch der Vermieter des Hauses in Kalkar. Zunächst habe der Angeklagte unregelmäßig Pacht gezählt. Dann plötzlich, Anfang 2012, habe er mal 65 000 Euro, als Anzahlung für einen künftigen Kauf des Objektes, auf den Tisch gelegt. Der Vermieter der Emmericher Lagerhalle kann aufgrund einer Demenzerkrankung nicht mehr vernommen werden. Er will aber, so sagte er beim ersten Prozess noch aus, nichts vom Treiben in der Halle gewusst haben. Ebenso wie der Angeklagte, der seine Unschuld beteuert. Am Montag, 16. Dezember, wird der Richter darüber urteilen.