Pater Joseph predigt wieder nach Millingen und Haldern

Das Pfarrhaus in Millingen wird zwei Monate lang das Zuhause von Pater Joseph (re.) sein.Hier wird er von Pfarrer Marian Szalecki begrüßt.
Das Pfarrhaus in Millingen wird zwei Monate lang das Zuhause von Pater Joseph (re.) sein.Hier wird er von Pfarrer Marian Szalecki begrüßt.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Seelsorger aus Indien studiert als Doktorand in Rom. Jetzt kommt er wieder an den rechten Niederrhein, um Pfarrer Szalecki in dessen Urlaub zu vertreten.

Millingen/Haldern..  Die Gläubigen kennen Pater Joseph Puthoor seit Jahren und haben schon nachgefragt: „Wann kommt Pater Joseph wieder zu uns?“. Es ist soweit. Der 40 Jahre alte Seelsorger aus Indien übernimmt ab 1. Juli die Urlaubsvertretung in der Seelsorgeeinheit Millingen-Haldern. „Wir brauchen junge Leute, andere Gedanken, die von der Kanzel gesprochen werden“, sagt Pfarrer Marian Szalecki.

Gläubige freuen sich auf den Gesang

Vor allem freuen sich die Gläubigen auf den Gesang von Pater Joseph. „Wenn er im Gottesdienst solo singt, dann ist das schon eine Freude“, weiß auch Szalecki. Überhaupt mag Pater Joseph Musik, war mit Pfarrer Szalecki und Pater Thomas van Zanten auch schon mal beim Haldern Pop-Festival. „Es ist gut, dort mit den Menschen in Kontakt zu treten“, findet Pfarrer Szalecki. „Und mir hat die Musik gefallen“, fügt Pater Joseph hinzu. In diesem Jahr hätte er wieder Gelegenheit, dort vorbeizuschauen, fällt das Pop Festival doch in die Zeit seiner Urlaubsvertretung

Auch auf seine Arbeit in Millingen und Haldern hat sich Pater Jopseph schon gefreut. „Erstens ist es wunderbar, unter Menschen zu sein, und zweitens hier das praktizieren zu können, was ich theoretisch in Rom lerne“, sagt der aus Indien stammende Seelsorger. In Rom hat er seine Bücher zurückgelassen, die er fürs Studium nutzt. Pater Joseph Puthoor ist Doktorand am Institut Johannes Paul II, einer Abteilung der Pontificia Università Lateranense, der Päpstlichen Lateranuniversität. Das Thema seiner Doktorarbeit rankt sich um Ehe und Familie. „Ein derzeit in der Gesellschaft kontrovers diskutiertes Thema und damit hochaktuell“, weiß der Inder. Die katholische Kirche stehe aber weiterhin auf dem Standpunkt, dass der Ehevertrag und das Sakrament der Ehe untrennbar miteinander verbunden seien. Übrigens: Das Studium von Pater Joseph wird von Gläubigen aus Millingen und Haldern und aus seiner alten Gemeinde St. Marien in Lünen privat finanziert. „Das sind immerhin pro Jahr Studiengebühren von 2000 Euro und pro Monat Collegekosten von 750 Euro“, sagt Pfarrer Szalecki. Er ist aber gewiss: „Irgendwann bekommen wir dafür etwas zurück.“ An Pater Joseph soll es nicht liegen. Er kann sich durchaus vorstellen, später in Deutschland zu arbeiten. Aber er hat dies nicht zu entscheiden. „Ich muss warten, wohin die Kirche mich führt“, sagt der junge Mann, der in seiner zweijährigen Studienzeit schon drei von vier Seminaren mit summa cum laude abgeschlossen hat. Die Seminare werden in italienischer Sprache gehalten. Neben Deutsch und Italienisch spricht Pater Joseph auch fließend Englisch.