PAN bietet eine Plakate-Parade mit Pablo Picasso

Freuen sich auf französische Plakate: (von links) Christiane van Haaren, Claus von der Osten und Dr. Jürgen Döring.
Freuen sich auf französische Plakate: (von links) Christiane van Haaren, Claus von der Osten und Dr. Jürgen Döring.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am kommenden Samstag öffnet im PAN in Emmerich eine Ausstellung zu Plakaten aus der Pariser Schule – mit Pablo Picasso, Henri Matisse, Marc Chagall und 19 weiteren Kollegen.

Emmerich.. Als Claus von der Osten Ende der 50er-Jahre als Schüler mit dem Zug von Hamburg nach Paris fuhr, um dort (auch) schmucke Plakate berühmter Maler zu erstehen, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, was daraus einmal werden würde. Pablo Picasso, Henri Matisse, Marc Chagall oder auch sein Favorit, der Katalane Joan Miró, füllten erst den Freiraum unter dem Schlafzimmerbett. Dann einen Schrank. Dann einen kompletten Wohnraum. Mittlerweile ist die Sammlung auf 4000 bis 5000 Plakate angestiegen. „Wie viele ich habe, weiß ich gar nicht“, gibt der prächtig gelaunte Hanseat zu.

Kunst für nur 30 D-Mark

Lockere 30 D-Mark legte Kunst-Erzieher von der Osten für die originalen Kunstwerke damals meist nur hin. Der heutige Wert einiger Werke der „Pariser Schule“, im Original „École de Paris“, die ab Samstag 18.30 Uhr im Plakatmuseum an der Agnetenstraße zu sehen sind, zaubert an den Ursprungspreis schon mal drei zusätzliche Nullen dran.

Es wäre sogar eine vierte Null denkbar, wenn original Unterschriften verewigt wären. Was aber schon damals schwer möglich war. „Picasso war öffentlich kaum zu sehen. Miro habe ich einmal getroffen, da hatte ich aber kein Plakat dabei“, sagt von der Osten.

Die oft auf Linoleum gefertigten Werke von Picasso gehören im PAN zu den markantesten Stücken. Natürlich darf die gezeichnete Friedenstaube zu früheren Weltkongressen nicht fehlen. Wertvoller sind allerdings die Bilder zur einstigen Keramik-Ausstellung im südfranzösischen Vallavris aus den 50er-Jahren, die direkt linker Hand in der Ausstellungshalle hängen.

Gemeinsam mit Dr. Jürgen Döring, dem Leiter der Plakatsammlung des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg, hat von der Osten die Objekte für Emmerich zusammengestellt. „Wir hoffen, dass wir mit dem einen oder anderen Zugpferd eine gute Resonanz erzielen“, bekräftigt der PAN-Vorsitzende Reimund Sluyterman. Ob allerdings jene 9000 Interessenten erreicht werden, die sich Ende 2011 die attraktive Hundertwasser-Ausstellung angesehen haben?

Immerhin: Die 97 Plakate von 22 Künstlern der Pariser Schule kommen, nimmt man den Marktwert zusammen, „auf einen hohen sechsstelligen Betrag“, wie Sluyterman schätzt. Der hatte Dr. Döring bei einer Ausstellung in Köln kennengelernt und ihm die Präsentationsidee schmackhaft gemacht.

Was nicht so einfach war. Die Plakate sind nämlich lichtempfindlich, kommen im PAN vorsichtshalber unter Glas. „Alles ist handwerklich und nicht von einer Werbeagentur am Computer entwickelt. Auch das macht die Ausstellung besonders“, so Dr. Döring.

Übrigens:

Im vergangenen Jahr gab es im Plakatmuseum am Niederrhein fünf Ausstellungen zu sehen. Die Spurensuche zum Jesu-Kreuzweg stand drei Monate unter dem Titel „Dimensionen – Wege zum Kreuz“.


Im Juli, August und September waren 57 Werke der Kölnerin Bertamaria Reetz („Das Wesentliche“) zu sehen. Davor ging es drei Monate um „Bittersüß – Schokoladen-Geschichte(n) aus Emmerich und aller Welt“.


Szene-Fotografien von Max Regenberg sowie Plakate zum Thema „Raum zur Fläche“ hatten das Jahr eröffnet.