Nur die Dackeldame ist aus Stoff

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Mehr..  Wer in diesem Jahr wissen möchte, wieso Otto Häberlein „Der kühne Schwimmer“ ist, der muss viel Sitzfleisch mitbringen. Denn drei Stunden dauert der gleichnamige Schwank in drei Akten, den die Dorfbühne Mehr gerade einstudiert.

Wenig Zeit liegt zwischen Silvester und Ostern, um einen derart umfassenden Stoff einzustudieren. Doch das Ensemble ist hoch motiviert. „Wir haben sogar vier neue Spieler in der Theatergruppe“, berichtet Beata Rupprecht, die sich um die Pressearbeit kümmert.

Roxanda Große Vorholt, Kevin Kirchhoff-Schulz, Edgar Scharff und Andreas Trawicki stehen erstmals auf der Bühne und komplettieren die 13-köpfige Laienschauspielerschar. „Es ist für die Neuen eine große Herausforderung, denn sie haben direkt Rollen übernommen, für die sie viel Text lernen müssen“, weiß Beata Rupprecht, die sich bei der ersten internen Probe köstlich über Andreas Trawicki amüsiert hat. „Er ist der Ehemann unserer zweiten Souffleuse. Als Professor Wernicke kommt er absolut authentisch rüber und hat ein wunderbares, natürliches Lachen“, begeistert sich Rupprecht. „Und obwohl das Stück über drei Stunden – mit zwei Pausen – geht, hat es keine Längen.“

Regisseurin Elisabeth Rupprecht, die im vergangenen Jahr einmal aussetzte, hatte eine Vorauswahl getroffen und sich mit dem Team dann für das Stück „Der kühne Schwimmer“ entschieden. Es ist eine wunderbare Verwechslungs-Geschichte. Otto Häberlein ist weder Schwimmer noch kühn, sondern ein vermögender, biederer Witwer und Vater einer erwachsenen Tochter. Weil er aber zum richtigen Zeitpunkt Geistesgegenwart und Geld hatte, konnte er das Leben einer jungen Schönen retten, die ihn aus Dankbarkeit heiraten will. Doch es ist nicht die einzige Vermählung, die sich anbahnt. Auch Nachbars Dackeldame kommt ins Spiel. Allerdings auf der Bühne in der Stofftierversion.

Am Ende mündet die geplante Hochzeit in gleich fünf Verbindungen. Vorangegangen ist dem ein munteres Stelldichein von zwei Freunden Häberleins als Trauzeugen und dem wahren Lebensretter der Braut, einem geldgierigen, derben Burschen aus Bayern.

Da die Dorfbühne Mehr nicht mehr auf Tournee geht, sondern ausschließlich im Ort spielt, haben sich die Akteure entschlossen, erstmals eine siebte Aufführung anzubieten. „Im vergangenen Jahr waren alle sechs Termine ausgebucht“, resümiert Rupprecht. 140 Personen finden im Theatersaal des Pfarrheims Platz.

Im Jahr 2014 spielte die Dorfbühne soviel Geld ein, dass von dem Erlös das Pfarrheim und die Ortscaritas mit je 500 Euro unterstützt werden konnte. Je 1000 Euro gingen an die Aktion „Deutschland hilft“ für die Yesiden und Syrienflüchtlinge sowie an den Verein „Afrika-Direkt-Hilfe“, ein seit Jahren von der Feuerwehr Haffen unterstütztes Projekt im Senegal.

Neu angeschafft wurden für das Pfarrheim bequeme, gepolsterte Stühle, die die alten Küchenstühle, mit denen die ersten Zuschauerreihen bestückt waren, ersetzen.

Die Premiere wird am Samstag, 11. April, um 19 Uhr gefeiert. Anschließend geht es zur Premierenfeier in die Gaststätte „Zum Hirsch“. Wegen der Länge des Stückes wurde der Beginn von 19.30 auf 19 Uhr vorverlegt. Karten gibt es in Mehr bei Firma Block und Edeka Roes, im Modehaus Tangelder in Mehrhoog und Haldern.