Nix für Laberer, Stresser und Dummköpfe

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Emmerich..  Es war 0.22 Uhr am Samstag als an Hubsi‘s-Grill (Hubert Derksen) am Neumarkt-Center die Lichter ausgingen. Wenigstens für einige Stunden – bis zur nächsten Fastnackt-Sitzung. Zuvor erlebte das Publikum im Kellertheater der Seifenblase einen tollen Abend. Stets mit Spitzen, Spitzchen und lautem Gelächter garniert. Jetzt weiß man: Es gibt die Helene-Fischer-Intoleranz, so Mille (Milena) Wehren. Sabine Gerritschens Lieblingswort beginnt mit den Buchstaben „Sch“ und auf dem Neumarkt ist endlich Platz, so Marcel Meisters: „Und dann steht da nur Gesocks“, raunzte er den Fastnackt-Kollegen zu. Die Gertsens (gebürtig alle aus Speelberg) können gar nicht ohne Sankt Martin. Theo schlüpfte in die Rolle mit hölzernem Pferd und traf auf drei Bewohner des Altenheims „Alzheimer“ (Nicki Piefel, Thorsten Banning, Benjamin Wolters – die Band des Abends!). Es dauert schon, bis die Opas zum Martinszug aufliefen. Voller Inbrunst, dem Alter entsprechend, trällerten sie das Liedchen vom Heiligen. Der Bettler (Hubert Derksen) durfte nicht fehlen. Mehr zur Fortsetzungsgeschichte wird nicht verraten!

Das man Opa nicht so einfach „unter die Erde kriegt“, musste genervt und heulend Sabine Gerritschen erfahren. Apropos demografischer Wandel: Auch Kanaster spielende Omis (Mille Wehren, Nicole Derksen, Nina Meisters) waren am Start. Extra für den Kirchenknatsch schaute Monsignore Adolar Klöttenkötter (Dieter Sickelmann feierte sein Comeback!) vorbei. Der Mann, den Franziskus nach Emmerich schickte, sprach über „volle Kirchen mit geruchsarmem Weihrauch“ (Veni!), dem „Münsteraner Klüngel“ und von der sensationellen „Gods App“, die über einen Rosenkranz mit mehreren Leveln verfügt. Ganz edel gekleidet präsentierte Ernst Verwaayen Westernhagens’Johnny Walker: „Wower-reit, jetzt bist du nicht mehr da“. Eine IQ-Verminderungsmaschine verpasste Dr. Arzt (Fastnackt-Neuling Martin Schütte) Patient Marcel – nicht ohne zu wissen, dass der IQ von 105, wie bei Bürgermeister Johannes Diks, ausreichen müsse. Natürlich blieben Bahn, Elten und Betuwe nicht außen vor. Ob Udo Lindenberg (Ludger Gerritschen) mit dem Silute-Chor, der den Sonderzug Pankow in „Der Haltepunkt Elten“-Version präsentierte oder die Story der Sandkastenrocker mit rieselndem Sand im Sandkastenlandwaren grandios. Genauso wie „Angie Merkel“ (Mille Wehren), die die Lachmuskeln etwa mit dem Lied „Mein Jöbchen in Berlin, den muss man sich verdien‘“ strapazierte.

Letztendlich bei dem ganzen „Theater“ waren sich einig alle und sangen: „Lach einfach über dich selbst, das Leben ist schön … Stresser, Laberer und Dumpfköppe lass einfach stehn“. Als Zugabe gab’s den legendären Panama Jansen-Hit. Einfach alles nur wieder klasse!