Niklas aus Emmerich trauert um die Fische

Niklas hat ein paar Fische retten können.
Niklas hat ein paar Fische retten können.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Plötzlich wurde der Teich ausgepumpt. Sechs Fische hält der Zehnjährige nun in Eimern in der Wohnung. Hausverwalter sagt aber, defekte Pumpe sei Schuld.

Emmerich..  Es herrscht ein Familienstreit bei den Arntzens, Wardthuysens und van Dijks. Diesen zu beurteilen ist nicht Aufgabe der Zeitung. Aber Niklas ist traurig. Denn der Zehnjährige hat sich immer rührig um die Fische im Teich vor dem Haus an der Rudolf-Diesel-Straße 7 gekümmert. Jüngst kam er von der Schule und sah, wie der Teich ausgepumpt wurde. Einige tote Fische schwammen da schon an der Oberfläche. Er stieg in den Teich und konnte noch sechs Fische retten: „Ich stand mit den Füßen tief im Schlamm“, erinnert sich Niklas. Im Moment hält er die Fische in der Wohnung im Obergeschoss in eigentlich ungeeigneten Behältnissen.

„Wir wurden nicht vorgewarnt“, ärgert sich Kerstin Arntzen. Niklas’ Mutter. Sie lebt gemeinsam mit René Wardthuysen und ihren beiden Kindern in dem Obergeschoss. Vermieter ist Henk van Dijk. Er ist der neue Mann von Wardthuysens Mutter Brigitte van Dijk (vormals Wardthuysen). Der Eigentümer sagt: „Der Teich gehört zu der Wohnung unten. Seit zwei Monaten wohnen da die Wolsings. Mit ihnen war abgesprochen, dass der Teich weg kommt. Er ist sehr verdreckt und auch nicht sicher.“

Die van Dijks wussten sicherlich, dass der Sohn der Lebensgefährtin Arntzen und Kerstin Arntzen selbst sich immer um die Fische gekümmert haben. Erst dadurch, dass sie die Tiere regelmäßig gefüttert haben, hätten diese sich überhaupt vermehrt.

Aber der Garten Arntzen/Wardthuysen befinde sich auf der anderen Seite des Hauses, meint Henk van Dijk. „Das steht in keinem Mietvertrag“, sagt Kerstin Arntzen. Vieles sei mündlich geklärt worden und lässt sich nicht belegen. Es ist schwer, hier verlässliche Fakten auf den Tisch zu kriegen. Van Dijk meint auch: „Die Fische gehören nicht dem Jungen.“

Wo sind die anderen Fische?

Unterschiedliche Aussagen gibt es auch darüber, wie die Auspump-Aktion gelaufen ist. Die Hausverwaltung Kemkes aus Rees hatte von van Dijk den Auftrag, sich um den Teich zu kümmern. Sie setzte den Gärtner ein, der häufiger für sie arbeitet, und erklärt der NRZ: „In dem Teich lagen schon tote Fische, weil die Pumpe defekt war. Es wurden keine Fische aufgesaugt. Der Junge hat noch welche rausgeholt“, so Monika Lazic von der Firma Kemkes. Der Junge und seine Familie zweifeln das an: „Da waren mal rund 20 Fische drin. Viele davon waren unten im Schlamm“, sagt Niklas. „Wo sind denn jetzt alle?“, fragt Kerstin Arntzen skeptisch. Für die „Geschädigten“ sei es wahrscheinlich, dass gerade die kleinen Fische durch den großen Schmutzwasserschlauch abgesaugt worden sein.

Welche Darstellung stimmt, lässt sich schwer eindeutig klären. Was bleibt, ist ein trauriger Zehnjähriger. Und ein Familienstreit ohne Hoffnung auf Besserung...