Niemand muss alleine sein

Die  Weihnachtsfeier für Alleinstehende in den Räumen des Mittags am Markt in Rees. Nina Zech (stehend) trägt ein Gedicht vor.
Die Weihnachtsfeier für Alleinstehende in den Räumen des Mittags am Markt in Rees. Nina Zech (stehend) trägt ein Gedicht vor.
Foto: Funke Foto Services
Der ökumenische Kreis hatte Heiligabend alleinstehende Menschen zu einem Treffen in die Begegnungsstätte „Mittags am Markt“ eingeladen. Bei Kartoffelsalat und Würstchen wurde viel erzählt.

Rees..  Weihnachten ist das Fest der Familie. Alle Kinder und Enkelkinder kommen zu Besuch. Teilweise nehmen sie weite Anreisen in Kauf, nur um am Heiligen Abend im Kreis der Familie zu sein. Was aber, wenn man allein ist. Wenn man keine Familie hat oder diese aus welchen Gründen auch immer nicht das Fest mit einem verbringen kann oder will. Dann ist es schön, wenn es einen Ort gibt, an dem man will-kommen ist.

So ein Ort ist die Begegnungsstätte „Mittags am Markt“ direkt am Marktplatz in Rees. Seit Oktober gibt es diese Gaststätte, die durch Mitarbeiter des Theodor-Brauer-Hauses betreut wird. Unter ande-rem auch durch Martina Thuilot, die als Vollzeitkraft den Service im Griff hat. So auch an diesem Heiligen Abend. Als sie von dem Vorhaben gehört hatte, war sie sofort bereit, zu helfen. „Meine Kinder sind erwachsen“, erzählt sie. Die hätten Weihnachten genug anderes vor, den Besuch verschiebt sie dann lieber auf einen anderen Tag. „Das ist sonst zu sehr Zwang“, meint Thuilot. Und so könne sie sich nützlich machen.

Die Idee, den Heiligen Abend ge-meinsam zu verbringen, kommt von einem ökumenischen Kreis rund um Pastoralreferent Ludger Dahmen, Lisel Wessels, Maria Saalmann und Alfred und Barbara Bohnen. „In Geldern machen die das schon seit ein paar Jahren“, erzählt Dahmen, und so sei ihm die Idee gekommen, das auch für Rees anzubieten. Er hatte auch angeboten, die Menschen abzuholen, doch dieses Angebot stieß auf wenig Resonanz. Grundsätzlich sind die meisten durch Mundpropaganda gekommen und darauf aufmerksam gemacht worden, dass man nicht allein sein muss. Und so füllt sich auch der hell erleuchtete Raum am Markt. Die Menschen kommen, werden freundlich in Empfang genommen und bekommen ein heißes Getränk. Im Hintergrund läuft weihnachtliche Musik, man erzählt. Erinnerungen an Weihnachtsfilme werden ausgetauscht. Später wird noch gesungen. Liederhefte liegen bereit. Bald werden die einzelnen Tische zusammengeschoben und eine lange Tafel entsteht. Der Kartoffelsalat mit Würstchen wird ausgegeben und es entsteht eine wohlige Atmosphäre.

Gedichte und Geschichten werden vorgelesen. Pastoralreferentin Barbara Bohnen liest die Geschichte der kleinen Kerze vor, die sich auch allein und unnütz fand, ehe sie zusammen mit anderen neue Hoffnung bekam. Als Zeichen für den gemeinsam verbrachten Heiligen Abend bekam jeder die Geschichte mit Kerze nach Hause. Als Zeichen dafür, dass man nicht allein sein muss.

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