Niederländer verteilen Jodtabletten

Borssele..  Bei einem Kernkraftunfall besteht für mehr Menschen Gefahr als gedacht. Familien erhalten daher Jodtabletten. Die niederländische Regierung muss innerhalb kurzer Zeit Millionen von Jodtabletten verteilen. Die Tabletten sind notwendig um einen großen Teil der Kinder und schwangeren Frauen in den Niederlanden bei einem Kernkraftunfall oder einem Nuklearanschlag zu schützen. Dies ergab einen Untersuchung durch die Tageszeitung De Gelderlander.

Bisher bekamen nur Bewohner im Umkreis von 10 bis 25 Kilometer rund um eine Kernkraftzentrale Jodtabletten. Die Zone wurde durch Überlegungen zwischen Niederlande, Belgien und Deutschland auf 100 Kilometer vergrößert. Dadurch fallen unter anderem auch die deutschen Städte Isselburg, Bocholt, Borken, Teile von Rees und Emmerich in diese Zone.

Bei einem Kernkraftunglück kann ein Teil der Bevölkerung durch die Jodtabletten gegen Schilddrüsenkrebs geschützt werden. Wer eine Pille schluckt sättigt seinen Körper mit ungefährlichem Jod. Die Schilddrüse schließt sich ab wodurch kein radioaktives Jod mehr eindringen kann. Vor allem bei jungen Menschen können die Jodtabletten effektiv helfen. Bei älteren Menschen ist die Gefahr auf Schilddrüsenkrebs durch radiaktive Strahlung geringer.

Die Jodtabletten sollen vor dem vorüberziehen einer radioaktiven Wolke eingenommen werden.

Die neuen 100-km-Zonen wurden rund um die Kernkraftwerke in Borssele (Niederlande), Doel (Belgien), Tihange (Belgien) und Emsland (Deutschland) gezogen.