Nichts fährt auf der Niederstraße

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Was wir bereits wissen
Ab Montag wird ein 230 Meter langes Teilstück von der Gendringer Straße aus für den Autoverkehr bis nach den Ferien gesperrt. Grund: Neue Gas- und Wasserleitungen.

Anholt..  Zwei Trupps von je zwei Mann stehen Gewehr bei Fuß: Ab Montag gehen die Männer ans Werk, „arbeiten sozusagen von zwei Seiten gleichzeitig an der Baustelle aufeinander zu“, erklärte Michael Sell von der Tiefbaufirma Otto Schubert aus Ochtrup. Das Unternehmen ist sowohl für die Wasserwerke Wittenhorst als auch für die Gelsenwasser-Tochter Energie-Netze im Einsatz. Die verlegen in 1,30 Meter Tiefe sowohl neue Gas- als auch Wasserleitungen. Die Folge: Eine Vollsperrung der Niederstraße ab kommenden Montag bis zum Ende der Sommerferien.

„Das hat erhebliche Auswirkungen für den Verkehr durch Anholt“, betonte Ordnungsamtsleiter Frank Schaffeld im Pressegespräch. Immerhin seien täglich im Schnitt bis zu 6000 Fahrzeuge auf der Niederstraße unterwegs, Plus-Minus 500 Autos und Lastwagen. Die müssen ab Montag auf eine ausgeschilderte Umleitung über Vehlingen, Millingen, über den Schwarzen Weg in Richtung Empel und auf die B 67 ausweichen. Schaffeld: „Das sind gut zehn Kilometer, aber anders bekommen wir es auch wegen des Schwerlastverkehrs nicht hin.“

Die Umleitungs-Schilder stehen ab Donnerstag, werden aber erst am Montag „scharf gestellt“, wie Schaffeld salopp formulierte. Der Bus-Fahrplan soll weitestgehend aufrecht erhalten werden, bekommt aber eine Behelfs-Haltestelle bei Lidl, hieß es.

Betroffen von der gut 200 000 Euro teuren Baumaßnahme sind 17 Wasser- und 16 Gas-Anschlüsse, erläuterte Uwe Prümm von den Wasserwerken Wittenhorst. Die betroffenen Haushalte seien bereits im Vorfeld durch entsprechende Info-Blätter versorgt worden, auf denen auch Kontakt-Adressen stünden, sollte es Fragen geben, sagte Schaffeld.

Nötig geworden ist die Erneuerung der Wasser- und Gasleitungen, weil immer häufiger an den weißen PVC-Wasserrohren Schäden aufgetreten seien, hieß es, zuletzt im Oktober 2013, aber auch vorher. Gas- und Wasserleitungen stammen aus den 60er Jahren.

Für die Anwohner der Niederstraße soll es trotz Baustelle kaum zu Versorgungs-Engpässen kommen. „Vielleicht gibt’s kurzfristig kein Wasser, aber das wird mit zwei Tagen Vorlauf angekündigt“, sagte der Mann von Gelsenwasser Energie, Carsten Konold. Das neue Gasleitungen verlegt würden, sei noch weniger zu spüren.

„Die Geschäfte der Niederstraße sind auch während der Bauphase erreichbar, wenn auch mit Einschränkungen“, sagte Frank Schaffeld. Fußgänger und Radfahrer könnten den Bereich während der Arbeiten passieren.

Dafür, dass die Maßnahme jetzt in einem Zug bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen werden könne, dankte Schaffeld der Baufirma. „Ohne Urlaubssperre wäre das nicht möglich“, so Michael Sell. Eventuell 2016 müssen jetzt noch Wasser- und Gasleitungen in Teilen der Klever wie der Gendringer Straße erneuert werden – aber ohne Vollsperrung.