Nichts aus seiner Strafe gelernt

Emmerich..  Dass er eigentlich erst wenige Tage zuvor eine einjährige Freiheitsstrafe bekommen hat, ließ ihn wohl unbeeindruckt. Denn nur zwei Wochen später beging der 29-Jährige die nächste Straftat. Die Folge: Er muss nun noch ein halbes Jahr mehr in Haft wegen Hehlerei verbüßen.

Bewährung keine Option

Am 2. Dezember hatte der junge Mann am Kleinen Löwen zwei elektrische Zahnbürsten gekauft. Wohl wissend, dass der Verkäufer diese zuvor in einem Drogeriemarkt auf der Kaßstraße gestohlen hatte. 50 Euro zahlte der Angeklagte ihm. „Der eigentliche Marktwert lag bei 180 Euro“, wusste der Staatsanwalt. Billigend nahm der 29-Jährige daher wohl in Kauf, dass er nicht legal handelte. Warum? „Die Zahnbürsten wollte ich meiner Nichte und meinem Neffen zu Nikolaus schenken“, gab der Angeklagte als Grund für seine Handlung an. Der Preis sei gut gewesen, daher habe er das Angebot angenommen. Heute wisse er, dass das falsch war. „Ich bitte daher, meine Strafe zur Bewährung auszusetzen.“ Diesem Wunsch konnten Staatsanwalt als auch Richterin nicht nachkommen.

Denn momentan befindet sich der 29-Jährige noch in Haft und verbüßt eine einjährige Haftstrafe wegen bewaffneten Diebstahls, die er erst rund 14 Tage vor dem Zahnbürstenhandel bekommen hatte. „Ich sehe daher keine günstige Sozialprognose für die Zukunft“, nannte Richterin Dr. Christiane Schmitz einen Grund, warum sie eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verhängte.