Nicht wegschauen!

Verladehafen. Während Einwände gegen die Verladestelle im Reeser Eyland bagatellisiert werden, verschließen Politiker die Augen vor dem, was man sehen könnte: Eine Verladeanlage, welche in weiten Teilen ungenehmigt betrieben wird, was beim Ottonormalverbraucher zu einer empfindlichen Geldbuße in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren und zu Strafanzeigen geführt hätte. Die Stadt will nun die Weichen für eine unbegrenzte Verladegenehmigung stellen. Nebenbei soll die schon weit überschrittene Verlademenge verdoppelt werden. Beleidigende Äußerungen, wie die Bezirksregierung als „Öko-Schickeria“ zu bezeichnen, sind ebenso unsachlich, wie die Arbeitsplätze bei ForFarmers immer höher zu puschen. Das Unternehmen gab vor nicht langer Zeit an, am Anlagenstandort in Haffen 43 Mitarbeiter zu beschäftigen. Seltsame Vermehrung, wenn die Zahl seitens der CDU nun auf 123 gesteigert wird. So lenkt man den Blick ab. Während das Unternehmen schon anderen Ortes verlädt, wird der Weseler Hafen als nicht realisierbar bezeichnet. Reduktion Profit? Beim Werk in Haffen handelt es sich nicht mehr um eine kleine Futtermühle, denn 60% gehören einem milliardenschweren Großkonzern. Es geht also nicht mehr um normale Dimensionen des landwirtschaftlichen Verkehrs. Jede Menge Schwerlastverkehr rollt durch Haffen und wird sich vervielfachen. Schlechter Stil, die Belastung der Haffener Familien mit der Betuwebelastung abzutun, oder man habe auch in allen Teilen der Stadt sein Kreuz zu tragen. Man stellt ein weiteres Kreuz auf! Es gilt jetzt mit dazu beizutragen, Lebensräume für Bürger, insbes. Kinder zu schützen und diese nicht durch Großindustrie sowie wegschauende Mitmenschen in unserer Stadt vernichten zu lassen.

Sven Göring,