Nicht nur in Emmerich bieten Tankstellen um die Wette

Shell und die Konkurrenz veranstalten täglich ein Wettbieten um die Benzinpreise.
Shell und die Konkurrenz veranstalten täglich ein Wettbieten um die Benzinpreise.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Warum sind die Tankstellen-Preise in Emmerich und Elten bis zu zehn Cent pro Liter teurer als manchmal in Kleve oder Rees. Es liegt am lokalen Wettbewerb der einzelnen Anbieter.

Emmerich/Rees/Kleve..  Wo gibt es den preiswertesten Sprit? Für Cent-Fuchser ist’s ein täglicher Sport, jene Tankstelle ausfindig zu machen, die den Saft fürs eigene Gefährt besonders günstig herausgibt. Im Internet gibt es etwa unter der Adresse www.clever-tanken.de kurz und praktisch die Information, welche Zapfsäule in der Nähe die wenigsten „Euronen“ pro jeweiliger Abgabemenge schluckt. Oder auch unter www.nrz.de/Emmerich.

NRZ-Leser Andreas Rowald wundert sich allerdings über auffällige lokale Unterschiede. Und sicher nicht nur er. Oft sind Benzin und Diesel an den acht Emmericher und Eltener Tankstellen nämlich bis zu zehn Cent je Liter (!) teurer als in Bedburg-Hau oder in Rees.

Nicht so leicht zu beantworten, wie dieses Phänomen zustande-kommt. Die Preise werden zwar zentral von den Gesellschaften wie Aral, Shell, Jet, Star oder bft gesteuert. „Die letztendliche Preishoheit“, sagt beispielsweise Aral-Sprecher Detlef Brandenburg, „liegt natürlich beim Unternehmen. Dennoch richtet sich der einzelne Tankstellenbetreiber auch nach der unmittelbaren Konkurrenz. Die kann nur wenige Meter oder auch ein paar Kilometer entfernt liegen.“ Die Preisbildung ist also ein schleichendes Beobachten und Wettbieten.

Dass ein Qualitätsunternehmen wie Aral durchaus immer ein wenig höher preist als Konkurrenten, erklärt Brandenburg mit den Angeboten: „Bei einem möglichen Motorschaden, der durch unseren Treibstoff verursacht wurde, kann sich ein Autofahrer an uns wenden. Das bieten sicher nicht alle so an.“

Ähnlich wie Aral argumentiert auch Alexander von Gersdorff, der Sprecher des bundesdeutschen Mineralölwirtschaftsverbandes in Berlin: „Der Markt reguliert den Preis. Deshalb ist der Sprit in den Städten auch meist etwas billiger, weil dort die Konkurrenzsituation größer ist.“ Kleve mit angrenzenden Ortschaften dürfte da im Vergleich zu Emmerich leicht im Vorteil sein.

Im Tagesverlauf sinken in der Regel die Preise, so dass Volltanken kurz vor der Hauptausgabe der Tagesschau gegen 20 Uhr fast immer die günstigste Variante darstellt. „Am späten Abend“, sagt von Gersdorff, „gehen die Preis in der Regel wieder nach oben. Und am nächsten Morgen fängt der Markt dann wieder von vorn an.“

Sonntag ist oft preiswert

An bestimmte Tagen kann man günstige Preise nicht festmachen. „Der Sonntag ist zwar oft preiswert“, sagt von Gersdorff, „aktuell liegt der Dienstag vorn, wenn man die Preise der vergangenen Tage zum Maßstab nimmt.“

Emmerich und Eltens Grenznähe zu den Niederlanden spiele bei der Preisgestaltung keine Rolle. Obwohl die Versuchung ja nahe liegt, dies keck zu behaupten. Autofahrer mit gelbem Nummernschilder kommen jenseits der Grenze auch dann besser weg, wenn Emmerich oder Elten fünf bis zehn Cent teurer anbieten als Kleve. Grund: In den Niederlanden liegt der Kraftstoffpreis für Super-Varianten rund 30 Cent pro Liter höher als am Niederrhein.

Übrigens:

Die NRZ hat über Internetanbieter www.clever-tanken.de die preiswertesten und teuersten Tankstellen von Freitagnachmittag um 14 Uhr in Emmerich und Umgebung (Radius: 25 Kilometer) beispielhaft ermittelt:


Super E5: Nur 1,35 Euro nahm die Reeser Supermarkt-Tankstelle am Gruettweg. In Emmerich war bft am Kapellenberger Weg mit 1,39 Euro günstig, Shell in Isselburg mit 1,45 Euro am teuersten.


Super E10: Auch hier war der Gruettweg in Rees (1,33 Euro) die Nummer-Eins-Adresse. Jet (Reeser Straße) und Star (Beeker Straße) lagen in Emmerich gleichauf (1,37). Hinten: Shell Hamminkeln (1,45).


Diesel: Hier ist die Streuung geringer. Der Reeser Gruettweg machte bei 1,17 Euro wieder das Rennen. In Emmerich lagen Jet, Star und bft gleichauf (1,20). Shell am Grollscher Weg bot 1,23 Euro: Schlusslicht!