Nicht nur 50 Schüler gehen, sondern auch Rektorin Pankoke

Fast volles Haus herrschte am frühen Freitagabend in der Aula der Europaschule.
Fast volles Haus herrschte am frühen Freitagabend in der Aula der Europaschule.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der Entlassungsfeier in der Europaschule in Emmerich am frühen Freitagabend wurde auch Rektorin Ingrid Pankoke verabschiedet. Die Vollblutpädagogin geht in den Ruhestand.

Emmerich..  Herbert Ulrich hatte eine lange Rede vorbereitet. „Dafür bin ich gefürchtet. Aber den Zettel lasse ich angesichts der Hitze hier im Saal lieber im Sakko stecken“, erklärte der erste Stellvertreter von Bürgermeister Johannes Diks in der fast voll besetzten Aula der Europaschule. Niemand brach deshalb in Tränen aus. Zumindest nicht sichtbar. Auch wenn die Zeit des Abschieds für die Zehntklässler nah war. Nicht nur für sie. Ulrichs warme Worte umfassten die 50 Hauptschulabgänger, denen er für den weiteren Lebensweg viel Glück wünschte. Und dazu auch die Schulleiterin Ingrid Pankoke. Mit den Sommerferien geht die Vollblutpädagogin in den Ruhestand.

„Sie waren mit Leib und Seele Lehrerin und leiden mit, dass ihre Schule in den nächsten Jahren auslaufen wird“, betonte Ulrich. Tröstete mit einem Abschiedsstrauß aus Blumen. „Wir sitzen auch künftig im gleichen Boot“, rief Pankoke ihren Schülern und deren Eltern zu. Was pragmatisch und melancholisch zugleich war: „Auch ich weiß nicht so recht, was auf mich zukommt. Viele Schüler sehnen sich schon nach zwei Tagen zurück und kommen an der Schule vorbei. Einfach so. Vermutlich wird es mir ähnlich gehen.“

Zuvor hatte Pankoke unter dem Motto „Schule – ein Baustein des Lebens“ auch die vergangenen Wochen Revue passieren lassen. Sparte dabei nicht gerade mit Kritik. Der vorverlegte „Chaostag“ ihrer Schäfchen hatte die Rektorin durchaus geärgert. Versöhnlichen Worten, auch mal „Fünfe grade sein“ zu lassen, folgten Lebenshinweise: „Ein Reifezeugnis ist nicht, mit Zahlen oder Sprachen gut umzugehen. Sondern, erwachsen zu werden. Zuverlässig zu sein. Und zu dem zu stehen, was man sagt. Ich habe den Eindruck, ihr seid da auf einem guten Weg.“

Das sind die 50 Schulabgänger:

Alan Arslan, Tayyer Akkiz, Ilknur Arabaci, Giovanni Barbagallo, Laura Basilico, Adam Bartosik, Nina Beyer, Lukas Blenkers, Marina Böing, Dagmara Chlopecka, Ariane de Greeff, Ciwan Demir, Benjamin Derksen, Lena Marie Derksen, Oliver Dudziak, Ersan Erzi, Chantal Exo, Celina Henning, Magnus Hermes, Melissa Jänecke, Niklas Jansen, Tom Jarling, Sura Kalin, Cecric Kellmann, Nicole Kleinmann, Tamara Knist, Fabian Kok, Yasmin Kolling, Dominik Kroes, Natalie Marek, Mario Menninger, Amy-Loreen Meßner, Joyce Neumann, Linn Neumann, Janine Nitsch, Can Yilmaz Öztürk, Monique Pfeifer, Lara Reinders, Isabell Roos, Frano Schönrogge, Chantal Schüller, Nora Schulz, Elias Sognigbe, Lydia Steinvoort, Amanda Strek, Miguel Tersteeg, Zidan Toru, Hendrik Treger, Sophia Uhlenbrock, Jenny Wolkwitz.

Übrigens:

Durch das Programm der Abschlussfeier führten die Zehntklässler Janine Nitsch und Mario Menninger. Nach dem Gottesdienst in der Christuskirche startete die Feier in der Aula mit einer Viertelstunde Verspätung.

An die Zeit vor 30 Jahren erinnerte nicht nur die Holzvertäfelung nebst dunkelgrünem Vorhang der Aula. Auch der Schulpflegschaftsvorsitzende Ludger Hövelmann frischte die Vergangenheit auf. „Unser Motto damals war eine bange Frage: Wohin gehe ich? Es gab nicht viele Lehrstellen. Und doch, damals wie heute, alle Möglichkeiten. Auch für Hauptschüler. Macht das Beste draus!“