Neumarkt: Knoten durchgeschlagen

Am Neumarkt räumte Projektentwickler Josef Schoofs Stolpersteine mit dem Nachbarn weg.  Er kann dort jetzt so planen, wie er es schon immer wollte.
Am Neumarkt räumte Projektentwickler Josef Schoofs Stolpersteine mit dem Nachbarn weg. Er kann dort jetzt so planen, wie er es schon immer wollte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Projektentwickler Schoofs erzielt Einigung mit Eigentümer des Nachbargrundstücks über Tiefgarage. Realisierung des Einkaufszentrums nun Mitte 2017 angepeilt.

Emmerich..  Montagabend informierte Josef Schoofs CDU, SPD und BGE über den aktuellen Sachstand am Neumarkt. „Verprügelt hat mich keiner“, erzählte der Kevelaerer Projektentwickler tags darauf gut gelaunt der NRZ.

Seinen blauen Daumen hat er sich also nicht im Rathaus abgeholt, sondern daheim: „Da ist mir ein Gullydeckel draufgefallen.“ Die Politik dürfte vielmehr aufgeatmet haben, als der gelernte Handwerker die erlösenden Worte sprach. Er hat die Stolpersteine am Neumarkt abgeräumt und kann so bauen wie er es immer geplant hatte. Auch Bürgermeister Diks fiel ein Stein vom Herzen: „Der Knoten, den wir hatten und der immer dicker zu werden schien, ist durchgeschlagen worden. Wir freuen uns, dass es weitergeht.“

Plötzlich Rückzieher

Dass es am Neumarkt endlich weitergehen kann, hat mit der Einigung über die Tiefgaragen-Problematik zu tun. Hier haben sich Schoofs und der Eigentümer des benachbarten Deutsche-Bank-Gebäudes, die irische Investmentgesellschaft Ryan, verständigen können.

Gemeinsames Ziel von Ryan und ihm sei von Anfang an gewesen, die Tiefgaragen von Deutscher Bank und Neubau zusammenzulegen. „Dann gab es plötzlich einen Rückzieher beim Eigentümer“, referierte Schoofs. Was dazu führte, dass er seine Planung stoppen musste und Zeit verstrich, zumal der Anwalt von Ryan sich nicht mehr meldete. Möglicherweise wollte Ryan die Klärung der strittigen Abstandsfragen einem neuen Käufer seiner Emmericher Immobilie überlassen.

Er sei vor einigen Wochen soweit gewesen, bekannte Schoofs, mit Ryan nicht mehr weiterzumachen und stattdessen sein Objekt zu verkleinern. Dann sei Bewegung in die Sache gekommen. Mit dem Ergebnis, dass die Verträge nun formuliert und ausgetauscht sind: „Die notarielle Beurkundung kann in den nächsten Wochen stattfinden. Es gibt keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass Dr. Ryan unterschreibt.“

Schoofs kann somit an seiner ursprünglichen Planung festhalten. Die Unterlagen für den Bauantrag liegen vor. Er muss nur noch zwei Gutachten (Schallschutz, Einzelhandel) nachreichen. Die Verwaltung ist damit in der Lage, die Offenlage des Vorentwurfs in die Wege zu leiten, die der Ausschuss für Stadtentwicklung Ende August beschließen soll. Im November könnte Baubeginn sein und das Objekt 16 Monate später, also Mitte 2017, realisiert sein, so Schoofs zum Zeitplan.

Auch die Kaufverträge (die Stadt ist seit 2014 Eigentümerin des Inselgrundstücks) sind noch abzuschließen, und noch kleinere Punkte abzuklären, „nicht am Hochreck, sondern Bodenturnmatte“, so die Einschätzung des 1. Beigeordneten Dr. Stefan Wachs: „Bei der alten Planung zu bleiben, ist gut. Zwei Tiefgaragen-Einfahrten wären auch aus städtebaulicher Sicht nicht positiv.“

Er könne verstehen, dass die Leute ungeduldig geworden seien, sagte Schoofs. Er gehe aber davon aus, „dass die Politik das weiter unterstützt“.