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Neues Bordell an der Tackenweide

11.01.2016 | 21:00 Uhr
Neues Bordell an der Tackenweide
Die Reklame für das Lekker Ding an der Tackenweide ist schon angebracht.Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Weil das Bordell an der Tackenweide geschlossen war, gingen die Einnahmen aus der Sex-Steuer in Emmerich zurück. Nun ist dort eine Neueröffnung terminiert. Stadt kann dagegen nichts ausrichten. Immerhin dürften die Einnahmen nun wieder steigen.

Das Erotikgewerbe hat schon rosigere Zeiten erlebt. In Emmerich war es in Verruf geraten durch den Prozess gegen das Ex- Betreiberpärchen des Fun Garden, das 2013 vom Landgericht Kleve wegen Zwangsprostitution von Frauen, die aus dem Ausland eingeschleust worden waren, sowie Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden war. Zuvor, im März 2012, hatten Polizei, Zoll und Steuerfahnder das Bordell an der Tackenweide hoch gehen lassen. Später war der Fun Garden dann pleite gegangen.

Träume geplatzt

Im Mai 2015 kam es im Gewerbegebiet dann erneut zu einer Großrazzia. Diesmal stürmten Sondereinheiten der Polizei den Saunaclub Golden Dreams, Nachfolger des Sun Temple, und suchten das Etablissement nach Waffen und Drogen ab. Diesmal war der Drogenring der Bandidos ins Visier eines europaweiten Polizeieinsatzes geraten. Mehrere Türen wurden aufgesprengt, in Emmerich wurde mehrere Motorräder sichergestellt. Alles keine gute Publicity.

Doch nun regt sich wieder was an der Tackenweide. Im Internet wird für den 29. Januar die Neueröffnung des FKK-Club Lekker Ding abgekündigt, mit Verlosung, burlesker Show, Grill und Bauchtanz. „In unserem Ambiente werden Sie Ihren Alltag vergessen“, heißt es auf der Homepage. Dazu beitragen sollen in entspannter Atmosphäre wunderschöne Frauen, Sauna, Whirlpools, Erotik-Kino, eine große Sonnenterrasse mit Liegestühlen und Lounge-Bereichen.

Die Stadt Emmerich kann gegen das Bordell in der Tackenweide nichts ausrichten. Denn es gilt, wie es so schön im Amtsdeutsch heißt, Bestandsschutz. Meint: weil dort seit vielen Jahren schon ein Bordellbetrieb existiert, kann die Stadt auch einem neuen Betreiber die Fortsetzung des Gewerbes nicht verweigern.

Die Stadt Emmerich dürfte aus rein finanziellen Gründen nichts dagegen haben, wenn an der Tackenweide Lekker Ding seine Pforten öffnet. Denn die Einnahmen aus der vor fünf Jahren eingeführten Sexteuer sind rückläufig, wie ein Blick in den Haushalt 2016 verrät.

Da ist nachzulesen, dass die Anzahl der Betriebe zurückgegangen sei. Nur noch aus zwei Etablissements sprudeln nämlich die Einnahmen: aus dem Club Casa Rossa am Groendahlschen Weg in Elten und aus dem Partytreff Hinter dem Engel in der Emmericher City. Die Steuer wird erhoben „für die gezielte Einräumung der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen von 4,50 Euro/je angef. 10 qm/je Veranstaltungstag“.

Konzession für Alkoholausschank

Im Haushaltsjahr 2014, das abgerechnet ist, flossen aus der Sexsteuer nur 9589,27 Euro, auch, weil die Tackenweide der Stadt keine Steuereinnahmen bescherte. Für 2015 und die Folgejahre werden 20 000 Euro veranschlagt.

Auf NRZ-Nachfrage teilte Stadtsprecher Tim Terhorst mit, dass Ende 2015 jemand im Rathaus gewesen sei, der angegeben habe, dass er das Objekt Tackenweide 22 mieten und umbauen möchte. Genehmigt werden müsse das Gewerbe nicht, nur der Betrieb muss angezeigt werden. Für den Alkoholausschank dagegen müsse der Betreiber eine Konzession beantragen: „Das ist aber noch nicht geschehen“, sagte Terhorst. Vielleicht trinken die Gäste ja auch nur Limo und Cola.

Norbert Kohnen

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2016-01-11 21:00
Emmerich