Neues Asylbewerber-Heim in Emmerich wird gebaut

Zum zweiten Mal trafen sich Politiker und Bürger zum Thema Asyl.
Zum zweiten Mal trafen sich Politiker und Bürger zum Thema Asyl.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim zweiten „Runden Tisch Asyl“ im Rathaus, der mit über 40 Teilnehmern überraschendgut besucht war, informierte Bürgermeister Diks über das Millionen-Projekt an der Duirlinger Straße

Emmerich..  Noch können alle Asylbewerber untergebracht werden, teils in Wohnungen, die die Stadt anmietet, aber auch in Immobilien, die dem Bund gehören. Doch mittelfristig will Emmerich ein neues Asylbewerber-Heim bauen, und zwar an der Duirlinger Straße. „Das hat der Sozialausschuss gerade empfohlen, der Rat muss es noch absegnen“, informierte Bürgermeister Johannes Diks die über 40 Anwesenden beim mittlerweile zweiten Runden Tisch zum Thema Asyl.

Zwar müsse sich Emmerich zurzeit um etwa 180 Männer, Frauen und Kinder aus Krisen-Regionen kümmern, hieß es. Doch dass absehbar weitere Asylbewerber kommen werden, davon geht nicht nur die Stadtverwaltung aus. Doch bis zur Realisierung des Millionen-Projektes würden noch gut anderthalb Jahre ins Land ziehen. Diks: „Wir müssen erst einmal einen Bebauungsplan aufstellen.“

Davon, dass Emmerich sich mit den bisherigen Aktivitäten für Asylbewerber „nicht verstecken muss und sogar eine Vorreiter-Rolle eingenommen hat“, so Diks, konnte man sich an dem Abend schnell selbst überzeugen. Es beeindruckte schon, mit welchem Engagement sich Kirchen, Vereine, Institutionen und Privatleute um eine echte Willkommenskultur für die Menschen, die meist alles verloren und Unglaubliches erlitten haben, kümmern.

„Das muss jetzt gebündelt werden“, regte der Bürgermeister an. Im Rathaus wird sich ab sofort Gisela Kohnen darum kümmern ( 75-1703). Bei ihr hatten sich schon nach dem ersten Runden Tisch zahlreiche Bürger(innen) gemeldet, die spontan ihre Hilfe angeboten haben.

Der Schwimmverein hat beispielsweise zugesagt, sich um die Kinder kümmern zu wollen. Pfarrer Bernd de Baey informierte über die Absicht, am Samstag, 5. September, ein Fest der Begegnung am Aldegundis-Kirchplatz unter dem Motto „Bridge over troubled water“ zu veranstalten.

Besonders wichtig, gerade für die jungen Asylbewerber, sei das Thema Arbeit. Diks erläuterte, dass an eine Fahrrad-Werkstatt gedacht sei, angesiedelt ans Übergangsheim. Gesucht sei dafür noch ein erfahrener Handwerker. Zudem würde darüber nachgedacht, ob und wie die bald leerstehende Kolping-Werkstatt für eine wie auch immer geartete Ausbildung der jungen Asylbewerber genutzt werden könnte. Da sei jedoch die Finanzierung noch völlig offen.

Deutsch-Kurse, aber auch, wie vom Theodor-Brauer-Haus angeboten, das Lernen von Tagesstrukturen und Lebensgewohnheiten, übrigens finanziert durch die Bürgerstiftung der Sparkasse, ein Fest am Gymnasium, zu dem Asylbewerber eingeladen werden sollen: Aktivitäten für eine Willkommens-Kultur laufen zu Hauf in Emmerich. Wobei sogar einheimische Kinder aktiv sind, wie Gousel Will von der Waisenhaus-Stiftung berichtete.

„Alle, die sich mit darum kümmern wollen, dass es den Asylbewerbern hier gut geht, möchte ich zur Mitarbeit einladen“, sagte Diks. Im Herbst, kündigte er an, soll es dann den dritten Runden Tisch Asyl geben.