Neuer Bahnhof: Elten könnte zum „Sauerland“ werden

Für den neuen Bahnhof in Elten sollen die Signale bald auf Grün stehen.
Für den neuen Bahnhof in Elten sollen die Signale bald auf Grün stehen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ex-Bahn-Ingenieur Johannes ten Brink berichtete den Eltenberg-Rettern und dem Ortsauschuss, was die Deutschen Bahn in Sachen neuer Bahnhof für Elten plane.

Elten..  Wenn es nach der Bahn ginge, dann hieße es für viele Eltener, weite Wege in Kauf nehmen, um den geplanten neuen Bahnhof erreichen zu können. „Wir bekommen eine Höhenlandschaft wie im Sauerland“, brachte es CDU-Ratsherr Johannes ten Brink, natürlich polemisch, auf den Punkt. Vor Mitgliedern der Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“ und Vertretern des Ortsausschusses erklärte er, dass die Bevölkerung diesen beschwerlichen Weg zum möglichen Bahnhof-Standort auf dem Sportplatzgelände antreten müsse.

Gerade für Behinderte und Mütter mit Kinderwagen sei das nicht zumutbar. Zwei Kilometer bergauf und bergab, etwa vom Viadukt bis zum Eltener Markt, wären da keine Seltenheit. Dabei ginge es einfacher und kostengünstiger, weiß ten Brink: Zwischen Sonderwykstraße und Lobither Straße könnte der neue Haltepunkt entstehen. Mit Rampen sowie einem Fuß- und Radweg auf beiden Seiten.

Aufzug für 380 000 Euro

„Der Bahnsteig läge demnach nur 76 Zentimeter über dem Straßenniveau“, so ten Brink. Auch Aufzugsanlagen, die in der Regel rund 380 000 Euro pro Aufzug verschlingen würden, wären nicht erforderlich. Hinzu könnten auf beiden Seiten Parkplatz-Flächen entstehen. „Damit schaffen wir größere Chancen, um den Ortskern zu entlasten“, so Eltenberg-Retter-Sprecher Hans-Jörgen Wernicke.

Keine Entlastung hingegen, gerade im Bereich der Klosterstraße, sieht Johannes ten Brink bei der Sportplatz-Variante. „Über diese Straße müsste das Gros des Verkehrs geleitet werden. Dabei hat der damalige Ortsvorsteher (Albert Jansen, d. Red.) doch für eine Entlastung durch das Verbot für Lkw seinerzeit gesorgt.“

Zudem käme, dass bei der Ten-Brink-Lösung die Sicht auf die Rampen frei bliebe und der „Angststau“, wie etwa bei der Löwentor-Unterführung in Emmerich, genommen würde. Ob das alles so im Bereich zwischen Sonderwykstraße und Lobither Straße hinpasse? „Ja, das passt! Es ist kein bestehendes Gebäude gefährdet“, bekräftigte ten Brink. Im Bereich des Kolpinghauses bliebe alles so, wie es ist. „Der Schießstand der Schützen bliebe ebenfalls unberührt.“

Das Argument des Gutachters, dass sich in diesem Bereich Streuobstwiesen befänden, zieht für den Fachmann nicht. Da stünden gerade einmal drei Obstbäume, wusste Wernicke. Und ten Brink ergänzte: „Die beiden Gewächshäuser werden nicht mehr genutzt.“

Die Sorgen von Eltenberg-Retter Frank Jöris, dass der Plan nicht aufgehen könne, wenn die DB die beiden Außengleise für den Güter- und lediglich das Innengleis für den Personenverkehr nutze, konnte Johannes ten Brink nicht teilen. „Davon gehe ich nicht aus, dass das so kommen wird.“ Er machte mehr als einmal deutlich, wie wichtig diese infrastrukturelle Maßnahme für Elten sei. Eines steht für ihn fest: „Wenn der Haltepunkt am Sportplatz kommt, werden wir keine Extra-Lösung für Fußgänger im Zentrum hinbekommen.“ Dann sei die ganze Maßnahme nicht mehr reparabel. Eine fatale Entscheidung gerade auch auf dem Weg zum Kneipp-Kurort Elten, da waren sich die Anwesenden einig.