Naturschutzgebiete erlebbar machen

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Was wir bereits wissen
Das Naturschutzzentrum stellte am Dienstag das Projektergebnis vor. Wander- und Radwege führen zu Naturschönheiten, die mittels Karten oder Apps erklärt werden.

Rees..  Selbst bei Regen ist die Rheinaue erlebbar. Das jedenfalls stellten am Dienstag die Vertreter von Städten, Tourismus, Kreis und Bezirksregierung unter Beweis, die mit Partnern aus der Wirtschaft, unter Federführung des Naturschutzzentrums, ein spannendes Projekt auf den Weg gebracht haben, das sie jetzt mit dem Niederrheinrad „abfuhren“.

Die arktischen Wildgänse kennt jeder, aber wer kennt schon den Feld-Mannstreu? Wer oder was ist Kalflack und wo findet man die nickende Distel? Schließlich, diese Erfahrung hat der Geschäftsführer des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve, Dr. Ulrich Werneke, gemacht, werde nur das wertgeschätzt und geschützt, was man kennt. „Hier zwischen der Rheinaue Emmerich, Rees und Kalkar existiert ein einzigartiges Netz aus unterschiedlichen Naturschutzgebieten“, erklärte er die Projektidee.

„Die Anzahl der Touristen in unserer Region nimmt zu. Doch ohne gezielte Informationen lassen sich die Naturschutzgebiete mit ihren Besonderheiten schwer finden. Das brachte uns auf die Idee, die Rheinaue erlebbar zu machen, auf Wanderwegen oder Radtouren.“ Naturschutzverträglich.

Seit 2012 arbeitet das Naturschutzzentrum in Bienen an der Umsetzung. In Workshops mit Heimat- und Naturschutzverbänden, aber auch mit interessierten Bürgern wurde Material gesammelt und ein Konzept erstellt, das den Ausruf verdient: „Oh, wie schön ist die Rheinaue!“ Denn hier in der Region gibt es unendlich viel schützenswerten Lebensraum, den zu erklären es gilt. Und so ist ein Gesamtpaket geschnürt worden, das sich konventionell mittels Landkarte, Informationstafeln und -terminals ebenso erkunden lässt, wie mit modernen Medien.

Telefonische Kurzgeschichten

Gestern waren die Beteiligten zu einer Begrüßungsrunde im Hotel Rheinpark zusammengekommen, wo die stellvertretende Landrätin Hubertine Croonenbroek und Bürgermeister Christioph Gerwers die Bedeutung des Projektes herausstellten und den ausdrücklichen Dank an das Naturschutzzentrum aber auch an die Geldgeber formulierten. „Mit dem Projekt ist der Brückenschlag zwischen den Städten und dem Kreis Kleve gelungen, ein Musterbeispiels für interkommunale Zusammenarbeit“, betonte Gerwers.

Bei der Rundfahrt zeigte Tuve von Bremen vom Naturschutzzentrum, wie die Informationen abzurufen sind. Die Route kann man im Internet herunterladen unter www.rheinaue-erleben.de, es gibt sie als App oder man kann über 60 Hörerlebnisse während der Fahrt telefonisch abrufen. Wer also etwas über Kalflack als alter Rheinverlauf wissen möchte, wählt 02851 97999 und die Zusatznummer 134, für Infos über die Rheinbrücke wählt man die Zusatznummer 142.

Auf den Tafeln, etwa an der Rheinpromenade, sind die Informationen nachzulesen, blaue Ohr-Symbole zeigen die Hörpunkte an. Gepflegt werden die Anlagen vom Theodor-Brauer-Haus, deren Mitarbeiter gestern die Gäste nach der Tour mit einem Imbiss im Wahrsmannshof beköstigten. Die Karten mit der Routenübersicht und den Hörpunkt-Telefonnummern liegen im Rathaus und im Naturschutzzentrum aus.

Im Jahr 2010 hat sich das Naturschutzzentrum am landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb „Erlebnis NRW“ beworben und hat den Zuschlag erhalten.

Gefördert wurde es aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, von Land NRW im Rahmen des Ziel2.NRW-Programms – Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung – Erlebnis NRW.

Mit im Boot saßen als Partner die Städte Rees, Emmerich und Kalkar, Hotel Rheinpark Rees, Wunderland Kalkar, Freizeitpark Wisseler See, Theodor-Brauer-Haus.