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Muhammed Alis „German friends“

20.01.2012 | 16:41 Uhr
Muhammed Alis „German friends“

Leegmeer.   Der Emmericher Heinz-Josef Gorgs erinnert sich, wie er 1975 in Nassau die Box-Legende kennenlernte. Ali besorgte ihm sogar Freikarten

Der Größte aller Zeiten. Dieses Attribut schreibt die Boxwelt nur einem zu: Muhammed Ali. Dass der seit Dienstag 70-Jährige eine außergewöhnliche Persönlichkeit ist, kann Heinz-Josef Gorgs aus Leegmeer aus erster Hand bestätigen.

Es war im Oktober 1975. Gorgs verbrachte einen gemeinsamen Urlaub mit Jochen Durau in Nassau auf den Bahamas. „Da war Palaver im Hotel“, erinnert sich der heute 65-Jährige. Ali sei da, sprach es sich an jenem Wochenende vor dem 27. Oktober herum. Na klar, Ali sollte an dem Montag einen Schaukampf gegen Lokalmatador Elisha Obed bestreiten. Der Weltmeister hatte gerade erst, am 1. Oktober, Joe Frazier im legendären „Thrilla in Manila“ besiegt und schlug nun sein Trainingslager auf.

„Das Erlebnis in Nassau war das Nonplusultra“

Gorgs und Durau hatten Glück, dass das Zimmer der Boxlegende im selben Trakt lag. Sie konnten ihn im Flur ansprechen und ihn um ein Autogramm bitten. „Er war total gut drauf und sehr locker. Er quatschte einfach mit uns“, sagt Gorgs. Am Strand sei ein Teilabschnitt für Sparrings-Kämpfe abgesperrt worden; auch das Emmericher Duo konnte beim Training zusehen. Am Abend trafen sie Ali erneut im Hotel. „My german friends“ – also „meine deutschen Freunde“ – habe er sie genannt. Gorgs und Durau fragten, ob es nicht noch Freikarten für den Boxkampf gebe. Ali lud die beiden prompt ein. Ganz vorne durften die Emmericher im rappelvollen Queen Elizabeth Sports Centre sitzen. Was für ein Erlebnis!

Durau habe am Telefon den Daheimgebliebenen in Emmerich von dem Treffen und der Einladung erzählt. Aus der Heimat sei nur die Antwort gekommen: „Ihr spinnt doch!“ Erst als in der NRZ ein Bild zu sehen war, da glaubten es auch die Emmericher.

Obed hatte in dem Schaukampf gegen Ali „keine Chance“, erinnert sich Gorgs. Fallobst war der Kämpfer aus Nassau allerdings nicht: Am 13. November 1975 gewann Obed den WBC-Weltmeistergürtel im Leichtmittelgewicht.

„Sportlich gesehen war das Treffen mit Ali das größte Erlebnis meines Lebens“, unterstreicht der 65-Jährige, der schon Kontakt zu einigen Prominenten der Sportwelt hatte. Besonders zu vielen Profi-Fußballern von Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach. Bis vor sieben Jahren hat er zum Beispiel noch die Umzüge der Gladbacher organisiert. Durch guten Kontakt zu Wolf Werner erhält er noch heute gute Plätze bei Fortuna Düsseldorf. „Aber das Erlebnis in Nassau war das Nonplusul-tra.“ Seither ist Heinz-Josef Gorgs ein großer Ali-Fan ...

Marco Virgillito

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