Motorschiff kracht gegen Steiger im Emmericher Hafen

Mit einem 30-Tonnen-Bagger wurde von der „Wesel“ aus versucht, die Brücke des Steigers wieder aufs Ponton zu hieven. Ohne Erfolg.
Mit einem 30-Tonnen-Bagger wurde von der „Wesel“ aus versucht, die Brücke des Steigers wieder aufs Ponton zu hieven. Ohne Erfolg.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein mit Sand beladenes Motorfrachtschiff kollidierte bei der Einfahrt in den Emmericher Hafen mit dem Steiger am Pegelhäuschen. Kranschiff angefragt.

Emmerich.. Die mit 700 Tonnen Sand beladene „Undine“, die in den Emmericher Hafen einfahren wollte, wurde durch einen Motorschaden manövrierunfähig und kollidierte mit dem Steiger.

2014 erst war das Geländer des Steigers am Pegelhäuschen beschädigt worden, jetzt krachte es am Montag wieder, diesmal aber viel heftiger: Gegen 12.10 Uhr wurde der Ponton samt Brücke von einem Gütermotorschiff gerammt, das knapp 700 Tonnen Sand geladen hatte und in den Industriehafen einfahren wollte. „Laut Kapitän wurde das Schiff plötzlich wegen eines Motorschadens manövrierunfähig und trieb gegen den Steiger“, sagt Martin Wolters vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Emmerich. Er hatte den Unfall mit der „Undine“ zufällig selbst gesehen.

Treidelweg abgesperrt

Nachdem das Güterschiff danach von einem anderen, vorbeikommenden Schiff längsseits genommen worden war und so in den Hafen gelangte, lief gegen 14 Uhr die Sicherung des Steigers an. Denn zunächst sah es danach aus, dass die Brücke, die einseitig fast im Wasser liegt, abreißen könnte.

Während der Treidelweg vorsorglich abgesperrt wurde, dirigierte Wolters die insgesamt acht Besatzungsmitglieder auf den beiden Verkehrssicherungsschiffen „Grieth“ und „Wesel“: Mit Schwimmwesten ausgestattet, wurde versucht, die abgerissene Brücke wieder auf das Ponton zu hieven. Das von der Rheinpromenade aus nicht ganz ungefährlich aussehende Unterfangen, für das der auf der „Wesel“ stationierte 30-Tonnen-Bagger eingesetzt wurde und zum einen eine Kette zunächst ums Gelände der Brücke, dann um die Brücke selbst gelegt worden war, glückte aber nicht.

Bis April sollen die Schäden repariert sein

Nach einer Stunde blies Martin Wolters den Einsatz ab. „Die Gefahr, dass die Brücke abreißt oder der Ponton sich löst, sehe ich nicht mehr“, begründete der Außenbeamte des Wasser- und Schifffahrtsamtes den Abbruch der Aktion.

Vorrang hatte zunächst, die Havarie-Stelle zu sichern. Dazu zog die „Grieth“ ein sogenanntes „Wahrschau“-Floß an den Ponton, das die vorbeifahrenden Schiffe vorwarnen soll, „damit sie an der Unglücksstelle großen Wellenschlag und Sog vermeiden“, betonte der Mann vom Wasser- und Schifffahrtsamt.

„Sicherheit geht jetzt vor. Deshalb haben wir schon mal die Kosten für ein Kranschiff angefragt“, sagte auf Anfrage Jutta Conrad-Hering von der Emmericher Wirtschaftsförderung (Wfg). Offen ist, wann es kommt. Die Wfg betreibt den Steiger, an dem in der Saison auch große Fahrgastschiffe anlegen. Sie gehe davon aus, dass bis zum Saisonstart im April alles repariert ist und wieder Schiffe anlegen können.

Der Steiger wurde 2007 neu angeschafft und kostete damals rund 120 000 Euro.