Monika Sommer ist Küsterin in Haffen und Mehr

Monika Sommer hat sich das Amt der Küsterin nicht so umfangreich vorgestellt.
Monika Sommer hat sich das Amt der Küsterin nicht so umfangreich vorgestellt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dorothee Köster und Fine Siebers haben bislang den Dienst am Altar in Haffen und Mehr versehen. Beide gehen nun in den wohlverdienten Ruhestand.

Haffen/Mehr..  An den nächsten zwei Wochenenden kommt es zu einer regelrechten Zäsur in den Dörfern Haffen und Mehr. Dann werden die langjährigen Küsterinnen Dorothee Köster und Fine Siebers ihre Ämter aufgeben und den Staffelstab weiter reichen. Monika Sommer ist offiziell schon seit dem 1. Januar für beide katholischen Pfarreien St. Lambertus Haffen und St. Vincentius Mehr zuständig.

Kontrollgang um die Kirche

Alles beginnt mit dem Aufschließen der beiden Kirchen. Bis 9 Uhr sollten die Kirchen in der Regel geöffnet sein. Zunächst die St. Lambertus Kirche in Haffen, dann die St. Vincentius Kirche in Mehr. „Ich mache dann auch immer einen Kontrollgang um die Kirche herum, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist“, erläutert Sommer ihre neue Arbeit. Dann sieht sie nach dem ewigen Licht und dem Blumenschmuck. Gestern wurden noch die Gewänder von den Sternsingern zurückgebracht und anschließend hat sie auch schon alles für die Seniorenmesse im Pfarrheim am Nachmittag zusammengelegt. Dann nämlich wird sie wieder mit dabei sein, alles hinbringen und auch später wieder aufräumen. Am späten Nachmittag müssen dann wieder beide Kirchen zugesperrt werden. Und an diesem Tag findet auch noch der Ortsausschuss statt, zu dem sie als Küsterin eingeladen ist.

„Früher dachte ich, Küster sein bedeutet, eben mal ein Kerzchen anzuzünden“, gesteht sie. Weit gefehlt. Dass es viel mehr ist, hat Sommer schon im letzten Monat festgestellt, als sie schon mal langsam in die Arbeitswelt reingeschnuppert hatte. Da allerdings noch mit großer Unterstützung der beiden Küsterinnen vor Ort, die auch in Zukunft bei Fragen noch da sein werden. Gerade die Weihnachtszeit ist eine sehr arbeitsintensive Zeit in der Kirche. „Es sind die vielen Termine, die so viel Zeit in Anspruch nehmen“, erläutert Sommer. Denn neben den allgemeinen Gottesdiensten kommen dann noch Zusatzgottesdienste, Chorproben, der Krippenaufbau, Proben der Messdiener und der Kindergartenkinder dazu. Wobei gerade letztere Sommer positiv in Erinnerung blieben: „Das Üben des Kindergartens war toll. Die Kinder sind so unkompliziert.“

Es wird noch viel Neues auf die gelernte Bürokauffrau zukommen. Ihrer neuen Arbeit geht sie optimistisch und voller Tatendrang entgegen. Ob sie einen Unterschied zwischen den Dörfern feststellt wiegelt sie ab. „Ich als Mehrhoogerin bin da etwas objektiver.“ Auch von den Menschen aus den Gemeinden habe sie bisher viel Zustimmung erfahren. Und auch ihre Familie stand hinter ihr, als sie sich im Sommer dazu entschloss, diesen neuen Weg zugehen. „Es erfordert schon viel Planung. Gerade auch für die Familie, die jetzt häufiger zurücksteht“, weiß die 57-jährige. Auch wird es einige Zeit dauern, bis sie sich eingewöhnt hat. Doch bei all den Terminen genießt sie auch die Zeit in der Kirche, in der sie ungestört ist. „Das ist fast wie beim Fahrradfahren.“

Das Patronatsfest steht bevor

Doch zum Ausruhen hat sie noch keine Zeit. Das Patronatsfest St. Vincentius steht bevor und sorgt doch ein wenig für Aufregung bei der frisch gebackenen Küsterin. Eines weiß sie schon: „Das Gewand, das Casel, ist rot.“