Mit Pilgerstab und Tasche
27.07.2008 | 18:07 Uhr 2008-07-27T18:07:52+0200TRADITION. Für einen guten Zweck sind neun Pilger auf Schusters Rappen unterwegs. Die Spendengelder kommen in erster Linie der Multiple Sklerose-Stiftung in den Niederlanden zugute.
EMMERICH. Eine holländische Pilgergruppe hat auf ihrem Weg vom niederländischen Aduard (bei Groningen) nach Aachen auch zwei Nächte in Emmerich Station gemacht. Über eine Suchmaschine im Internet hatten sie Leo Pastor ausfindig gemacht, der regelmäßig die Kevelaer-Wallfahrten organisiert und mit ihm Kontakt aufgenommen. Untergebracht waren sie im Martini-Pfarrheim, wo sie auf ihren Luftmatratzen übernachtet haben.
Unter anderem standen eine Stadtführung mit Rotraud Kemkes, eine Führung durch die Martinikirche und die Schatzkammer mit Pastor Paul Seesing sowie der Besuch des Gottesdienstes auf dem Programm. Begrüßt wurden die Pilgerleut' von Stadtpfarrer Peter Kossen.
Gestern ist die neunköpfige Gruppe weiter gewandert ins niederländische Grafwegen.
Für den guten Zweck
Die drei Wochen dauernde Pilgerfahrt diente einem guten Zweck - nicht nur einem, sondern gleich zwei. Es soll um Spenden geworben werden für die Multiple Sklerose-Stiftung "Research" sowie für das Klostermuseum in Aduard. Weitere Infos gibt's im Internet unter www.palster-scerpe.nl.
Vor 800 Jahren, anno 1208, hatte die erste Pilgerfahrt von Aduard nach Aachen stattgefunden. "Palster ende scerpe nemen" ist ein mittelholländischer Ausdruck für "Pilgerstab und Tasche nehmen" und zur Pilgerfahrt aufbrechen. Diesen Wahlspruch beherzigen noch bis zum 3. August die neun Niederländer, wie Pilger aus dem 13. Jahrhundert ausgestattet, die die 450 Kilometer lange Strecke von Aduard, wo im Mittelalter einer der größten Klöster Nordeuropas stand, nach Aachen, der letzten Ruhestätte Karls des Großen und seit seinem Tod Wallfahrtsort bewältigen wollen.
Die Pilger sagen: "Wir machen diese Pilgerfahrt wie unsere Vorfahren aus dem Mittelalter, also in Kleidung und Schuhen und mit Gepäck wie im 13. Jahrhundert. So wollen wir erleben, wie es war, diese lange Reise zu machen. Wir hoffen, dass wir jedem, dem wir unterwegs begegnen, einen nicht sehr bekannten, aber doch wichtigen Bestandteil des mittelalterlichen Lebens zeigen können.".
Während der langen Wanderung halten die Pilger ihre Erfahrungen und Abenteuer auf ihrer Website fest. Auch die Herausgabe eines Buchs ist geplant.
DAS SPENDENKONTODie Stiftung "Palster ende Scerpe" (Pilgerstab und Tasche) hat bei der KvK 02101492 Groningen ein Bankkonto. Die Konto-Nummer lautet 140243003.
Wer möchte, kann sich auch per e-mail mit der Stiftung in Verbindung setzen: info@palster-scerpe.nl
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