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Hilfe zur Selbsthilfe

Millinger Eine-Welt-Laden unterstützt zweifach

06.01.2016 | 06:00 Uhr
Millinger Eine-Welt-Laden unterstützt zweifach
Diese Damen gehören zum Team des Teams des Eine-Welt-Ladens Millingen (von links): Kornelia Kestin-Furtmann, Anne Terhorst, Anni Venhoven, Brigitte Hözel und Erna Schraven.Foto: DIANA ROOS

Millingen.   Die Eine-Welt-Gruppe Millingen unterstützt Schulen im Südsudan und damit auch die Friedenserziehung. Und leistet einen Betrag, damit Menschen nicht flüchten müssen.

Der jahrzehntelange Krieg im Südsudan hinderte eine ganze Generationen daran, eine Schule zu besuchen. „Dabei ist jeder Schulabschluss ein Weg in eine friedliche Zukunft“, weiß Kornelia Kestin-Furtmann. Nicht nur, weil dort Friedenserziehung auf dem Stundenplan steht. Es geht natürlich darum, eine auskömmliche Arbeit zu finden, um die Familie ernähren zu können, aber auch darum, die Menschen zu befähigen, politische Zusammenhänge richtig einordnen zu können. Daher ist es dem Eine-Welt-Team von St. Quirinus Millingen, zu dessen Gründerinnen Kornelia Kestin-Furtmann gehört, nicht schwer gefallen, sich für das Projekt stark zu machen. Ein Projekt von Misereor, eines der größten Hilfswerke der römisch-katholischen Kirche in Deutschland.

Öffnungszeiten bleiben erhalten

„Eigene Projekte können wir als kleine Gruppe ja nicht stemmen, daher ist es gut, dass wir uns einer vertrauenswürdigen Organisation anschließen können“, ergänzt Brigitte Hözel, Sprecherin der Eine-Welt-Gruppe. Zum 20-Jährigen der Gruppe konnten die Engagierten die überwältigende Spende von 1075 Euro an das Hilfswerk überweisen. „Ansonsten sind es 500 oder 600 Euro im Jahr“, sagt Kassiererin Anni Venhoven.

Zehn Frauen gehören derzeit zur Gruppe, es waren mal ein paar mehr. Daher haben sie jüngst die Werbetrommel gerührt, um weitere Mitstreiter zu finden. „Es haben sich zwei Frauen und ein junger Mann gemeldet“, freut Erna Schraven. Das ermöglicht dem Team, die bisherigen Öffnungszeiten des Eine-Welt-Ladens aufrecht zu erhalten. An jedem zweiten und vierten Sonntag eines Monats öffnet sich der Verkaufsraum im Pfarrheim an der Kirchstraße von 10.30 bis 13 Uhr. Dann gehen nicht nur Kaffee, Tee, Honig, Deko-Artikel, Tücher, Schmuck aus Speckstein, Lederwaren und weiteres über den Ladentisch. „Wir schenken auch Kaffee und Tee aus. Wir möchten nämlich auch den Besuchern nach dem Gottesdienst die Möglichkeit zum Austausch bieten“, sagt Anne Terhorst.

Die Waren bekommt das Team aus dem Weltladen in Xanten. „Das ermöglicht uns, kleinere Mengen zu bestellen“, erklärt Brigitte Hözel. Die Lebensmittel ordert das Team zuvor per Mail. „Geschenk- und Gebrauchsartikel schauen wir uns vor Ort an“, sagt Brigitte Hözel. In Millingen werden die Waren dann übersichtlich in die verglasten Wandschränke geräumt. Zudem wird ein Tisch mit Waren bestückt.

Die Eine-Welt-Gruppe fühlt sich gut eingebunden ins Gemeindeleben. Bücherei, kfd und KAB unterstützen die Arbeit auf ganz unterschiedliche Weise. So nutzen die Frauen beispielsweise den Synergie-Effekt durch zeitgleiche Öffnungszeiten mit Bücherei, die kfd bezieht dort regelmäßig Kreuze, die sie zu Tauffeiern verschenkt. „Toll ist auch, dass ein Teil unserer Kunden regelmäßig bei uns Produkte wie Tee der Honig kauft“, sagt Hözel.

Den Frauen macht die Arbeit Freude. „Schon durch die Gespräche“, sagt Erna Schraven. Wozu natürlich auch das Thema Flüchtlinge gehört. „Wir tragen ja dazu bei, dass Menschen nicht flüchten müssen, sondern in ihrer Heimat ein Auskommen finden“, erklärt Brigitte Hözel. Denn der Eine-Welt-Laden hilft auf zweierlei Weise, einerseits sorgen die fair gehandelten Waren dafür, dass die Bauern und Handwerker von ihren Produkten leben können, andererseits fließt auch der Erlös des Ladens in diverse Hilfs-Projekte.

Befreiung der Teppichkinder

Übrigens: Die Frauen haben schon mancherlei Projekte mitgetragen. Ging es zunächst darum, Straßenkinder auf den Philippinen zu unterstützen, so stand ab November 1995 ein Wiederaufforstungsprojekt in Zentrum, später die Befreiung von Teppichkindern in Indien. Und jetzt eben das Schulprojekt im Südsudan. Das selbstverständlich auch die Bildung von Mädchen einschließt.

Maria Raudszus

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Millinger Eine-Welt-Laden unterstützt zweifach
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2016-01-06 06:00
Emmerich