Mehr Zahler für Hochwasserschutz

Deichgräf Herbert Scheers (links) und Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze.
Deichgräf Herbert Scheers (links) und Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Deichverband Bislich-Landesgrenze bereitet jetzt die Erweiterung in Richtung Mussum, Leukum und Hamminkeln vor. Gut 3000 neue Mitglieder. Stabile Beiträge

Rees..  Deiche zum Schutz vor Rheinhochwasser gibt’s am Niederrhein schon seit über 600 Jahren. Aktuell lässt der Deichverband Bislich-Landesgrenze den 45 Kilometer langen Deich bis 2025 um 70 Zentimeter erhöhen. „Mit Blick auf künftige Hochwasser auch zum Schutz für die Menschen bis Mussum, Loikum und Hamminkeln“, erklärt Deichverbands-Geschäftsführer Holger Friedrich. Weil man hier in Rheinnähe eine Gefahren-Gemeinschaft sei, so Friedrich, soll der Verband um etwa 3000 Mitglieder erweitert werden. Diese Flächen liegen im Überschwemmungsgebiet des Rheins.

Bei der Bezirksregierung in Düsseldorf, die schon die Eingliederung vom Stadtgebiet Isselburg ins Verbandsgebiet federführend geleitet hat, liegt der Antrag für die erneute Vergrößerung des Zuständigkeitsbereiches bereits seit 2008 vor. „Nachdem jetzt die Gebietserweiterung um Isselburg und Teile von Bocholt, wie es im Amtsdeutsch heißt, ‘rechtsfehlerfrei’ ist, wird die weitere Vergrößerung angegangen“, sagt Holger Friedrich. Immerhin wächst die Fläche, für die der schon jetzt größte Deichverband in Nordrhein-Westfalen zuständig zeichnet, von 230 um zirka 100 Quadratkilometer. Im Kreis Kleve kommt Helderloh, das restliche Gebiet befindet sich auf Kreis Weseler (Wertherbruch) bzw. Bocholter Gebiet.

Eigentümer werden ermittelt

„Die Schultern, die die Lasten des Hochwasserschutzes künftig tragen müssen, werden so breiter“, betont Friedrich. Immerhin sei der Verband schon in der Vergangenheit in Vorleistung getreten. „Ohne die Deiche hätten die Menschen in dem Gebiet bei Hochwasser keinen Schutz gehabt“, betont er. Durch die Erweiterung würden die Deichverbands-Beiträge auf lange Sicht gesehen eher stabil bleiben. Die heute knapp 23 000 Mitglieder zahlen jährlich etwa 2,5 Millionen Euro für den Hochwasserschutz.

Wobei die geplante Erweiterung, die nun von Bezirksregierung und Deichverband bearbeitet wird, nicht etwa eine Idee des Deichverbandes sei. Denn das Wasserverbandsgesetz, das ein Bundesgesetz ist, schreibe diese Maßnahme vor. Dort heißt es: Eigentümer, die einen Vorteil durch die Verbandsarbeit haben (wobei es hier ausschließlich um den Hochwasserschutz geht), müssen sich mit Beiträgen beteiligen.

Das wird absehbar passieren. Während bislang die notwendigen Unterlagen für die Erweiterung des Deichverbandes in Richtung Düsseldorf unterwegs waren, um geprüft zu werden, wird nun der Geschäftsführer immer wieder zu Gesprächen in die Landeshauptstadt fahren müssen. „Wir als Deichverband werden jetzt auch noch einmal unsere Antragsunterlagen überarbeiten“, weiß Friedrich.

So müssen in dem Gebiet in Absprache mit der Bezirksregierung etwa Eigentümer ermittelt und Kataster-Daten aktualisiert werden. 2016 könnten dann die geprüften Antrags-Unterlagen in Düsseldorf vorgelegt werden. Bis die Erweiterung des Deichverbandes dann abgeschlossen ist, können weitere zwei, drei Jahre vergehen.

Folgen wird die Ausweitung der Zuständigkeit auch auf Erbentag und Deichstuhl haben: Denn natürlich werden auch die neuen Mitglieder entsprechend ihrer Anzahl dort künftig vertreten sein.