Mehr Moneten für die Musik in Isselburg

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Was wir bereits wissen
Projekt Jekits am Grundschulverbund der Isselschule in Isselburg wird nicht unterstützt. Dafür bekommt die Musikschule mehr Bares zur Instandhaltung der Instrumente.

Isselburg..  Guido Schrader findet deutliche Worte: „Wir fahren auf Verschleiß“, erklärte der Leiter der Musikschule in Isselburg jüngst Teilen der Politik. Schrader zielt damit auf den Umstand ab, das viele der Leih-Instrumente der Musikschule kaum mehr zum Musizieren genutzt werden können. Die alte Klarinette von 1985 zum Beispiel. 500 Euro würde die Reparatur kosten, 1300 eine Neuanschaffung. Ähnliches gilt für das Saxophon von 1997.

Investition: 13 000 Euro

Insgesamt 22 Instrumente wurden im Laufe der Jahre mit städtischen Mitteln angeschafft. Deren Jahrgänge bewegten sich zwischen 1982 bis heute, so Schrader. Nicht alle könnte man mehr reparieren lassen, um die Ausleihe wieder auf einen akzeptablen Stand zu bringen. Insgesamt, so erklärte der Musikschulleiter, müssten 13 000 Euro in die Hand genommen werden.

Ein stattliches Sümmchen für eine finanziell-angeschlagene Stadt. Bislang sind jedes Jahr 1250 Euro im Haushalt für die Musikschule – eben zur Instandhaltung der Instrumente – vorgesehen. Das wollte erst kürzlich die FDP ändern, war aber damit gescheitert, den Betrag auf 4500 Euro zu erhöhen. Nun wagte Frank Häusler für die CDU noch einmal einen Vorstoß. Zunächst wollten die Christdemokraten die jährlichen Mittel auf 2500 Euro erhöhen. Doch nach den Ausführungen des Musikschulleiters war schnell klar, dass damit nicht viel erreicht würde. Häusler modifizierte seinen Antrag. Und fand so Zustimmung bei den anderen Parteien. Fortan soll die Musikschule 3500 Euro bekommen, um so wieder für mehr Qualität bei den Ausleih-Instrumenten zu sorgen.

Keine weiteren finanziellen Mittel in die Musik stecken wollen die Politiker allerdings in Sachen „Jekits“ – also dem Landesprogramm „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“. Knapp fiel hier die Entscheidung aus. Während SPD und Grüne für die Teilnahme am Projekt des Landes NRW stimmten, votierten die Mehrzahl der FDP- und CDU-Mitglieder dagegen. Zudem gab es zwei Enthaltungen, so dass Jekits nicht in Isselburg angeboten wird. Der Grundschulverbund Isselschule hatte sich um die Teilnahme am Landesprogramm bemühen wollen um so – auch in Zusammenarbeit mit der Musikschule – Kindern der zweiten Klasse im ersten Jahr kostenlos mehr Zugang etwa zum Gesang verschaffen zu können. Und auch eventuell einen eigenen Chor an der Grundschule bilden zu können. Allerdings hätte hierfür die Stadt auch einen finanziellen Eigenanteil leisten müssen.

Angebot ausreichend abgedeckt

Die Christdemokraten lehnten das ab, „weil wir uns nicht noch mehr freiwillige Ausgaben aufbürden sollten“, so Häusler. Seitens der FDP wurde erklärt, dass das musische Angebot in der Stadt durch andere Institutionen ausreichend abgedeckt würde. SPD und Grüne fanden die Idee „pädagogisch wertvoll“. Dennoch wird die Isselschule nun erstmal keine zusätzlichen Musikstunden für die Klassen anbieten.