Mehr Männer als üblich

Das ist nicht alltäglich: Die Kinder der Sonnenschein-Kita werden von drei männlichen Erziehern betreut. Daneben gibt es noch sieben weibliche Erzieherinnen.  Erzieher von links: Marcel Palm, Friedel Moschüring, Heike Berndsen, Irmi Rehra, Monika Albers, Boris Wissen, Jennifer Wichmann (hinten) und Eva-Maria Furthmann.
Das ist nicht alltäglich: Die Kinder der Sonnenschein-Kita werden von drei männlichen Erziehern betreut. Daneben gibt es noch sieben weibliche Erzieherinnen. Erzieher von links: Marcel Palm, Friedel Moschüring, Heike Berndsen, Irmi Rehra, Monika Albers, Boris Wissen, Jennifer Wichmann (hinten) und Eva-Maria Furthmann.
Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto S
Was wir bereits wissen
Die Kindertagesstätte Sonnenschein in Rees war die erste im Nordkreis Kleve mit einem männlichen Erzieher, heute arbeiten dort drei, darunter auch Chef Marcel Palm.

Rees..  Ob Männer oder Frauen die Kinder betreuen, spielt nicht die wesentliche Rolle. „Es kommt vor allem darauf an, mit welcher Begeisterung die Erzieher Wissen vermitteln und Fähigkeiten schulen“, ist Marcel Palm, seit Oktober 1999 Leiter der Reeser Sonnenschein-Kindertagesstätte, überzeugt. Dass ein Mann einen Kindergarten leitet, ist auch 2015 immer noch die Ausnahme. Aber dass in der Einrichtung an der Falkenstraße gleich drei Erzieher tätig sind und dort überdies ein junger Mann derzeit sein Praktikum ableistet, ist die ganz große Ausnahme.

Der erste Erzieher, der in einem Reeser Kindergarten seine Stelle antrat, war Boris Wissen. Der heute 41-Jährige nahm 1996 seine Arbeit in Rees auf – schon damals im Elterninitiativ-Kindergarten Sonnenschein. „Ob Mann, ob Frau, wir haben alle unsere Interessen und Stärken“, erklärt Palm. Die gelte es, zum Wohl der Kinder zu nutzen, fährt er fort. „Marcel tanzt und singt gern mit den Kindern, mit den Mädchen und Jungen Sport zu treiben, vor allem Ballspiele wie Fußball zu spielen, gehört zu meinen Leidenschaften oder auch mit Kollegin Heike Berndsen zum Stegreiftheater anzuleiten“, macht Wissen einige Beispiele. Der dritte Mann im Bunde, Friedel Moschüring, bastelt leidenschaftlich gern mit den Kindern, hat ihnen beispielsweise gezeigt, wie man Vogelhäuschen baut, leitet sie zum Kochen und Backen an. Gestern rührte er mit den Kleinen süßen Teig an, der im heißen Eisen zu herzförmigen Waffeln gebacken und mit Puderzucker bestäubt wurde.

Dennoch halten es die drei Erzieher für einen Vorteil, wenn Kinder auch außerhalb der Familie schon früh eine männliche Bezugsperson haben. „Das gilt nicht nur für Jungs, sondern natürlich auch für Mädchen“, sagt der Kita-Leiter. „Was natürlich auch für die Familie gilt, ein Miteinander bei der Erziehung ist das Beste“, ergänzt Wissen, vierfacher Vater. Sein Kollege Möschüring, dreifacher Vater, sieht das ähnlich. „Allerdings gefällt mir der Begriff Erzieher nicht, ich sehe mich eher als Begleiter“, sagt der 61-Jährige und erntet spontane Zustimmung seiner Kollegen. Für sie gehört nicht nur Spiel und Sport, Erklären und Demonstrieren zum Job, auch Trösten und Mut machen, Fantasie anzuregen und den Boden für Kreativität zu bereiten – sondern, seit es die U3-Kinder gibt, auch das Wickeln. Denn zwölf der insgesamt 67 Sonnenschein-Kinder sind unter drei Jahren.

Boris Wissen hat sich des Themas „Luft – Flieger“ für die Spurtis, so heißen die Vorschulkinder, angenommen. Es geht um Flugzeuge, Papierflieger, Vögel, Paraglider... Und immer geht es darum, die Themen ganzheitlich von allen Seiten zu beleuchten – vom Anschauen der Objekte, über das Selbstbauen bis hin zum Experimentieren.