Mehr ganz jeck: Büttenabend im Zelt war ein voller Erfolg

Sportlich, elegant und farbenfroh ging es beim Karnevalsabend in Mehr zu.
Sportlich, elegant und farbenfroh ging es beim Karnevalsabend in Mehr zu.
Foto: Funke Foto Services
Ein voller Erfolg war der Büttenabend in Mehr. Der Reeser Bürgermeister Gerwers hatte eine Schaufel mitgebracht. Um eine Unterführung im Dorf graben zu können.

Mehr..  Im Haffener Karneval sorgen die Frauen für Schlagzeilen und Aufregung. In Mehr sind das die Patrioten. Beim fünften Büttenabend im Zelt vor der Gaststätte „Zum Hirsch“ gab es ordentlich was auf die Ohren. Und natürlich jede Menge Unterhaltung für alle Anwesenden obendrauf.

Fulminant ging der Büttenabend los. Präsident Markus Kresken hatte sich für seinen Einmarsch Unterstützung der „little Stars“ geholt, die gleich für beste Stimmung im Zelt sorgten und dem Publikum ordentlich einheizten. Nach einem weiteren Tanz, dieses Mal von den Weseler Tanzwieseln, sorgte Feti Werdelmann mit der ersten Büttenrede des Abends für viele Lacher.

Erst kurzfristig engagiert, hatte er mit seiner Rede über die lieben Nachbarn aus Holland, das Publikum schnell auf seiner Seite. „Es wird grausam“, versprach er, spielte damit auf seinen deftigen Humor und bildhaften Erzählungen über Camping im Nachbarland an.

Frankfurter, Wiener oder Berliner

Es folgte ein Tanz der neugegründeten Gruppe „no name“; die als aufgezogene Ballerina eine wirklich gute Performanz ablieferten und so ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden haben. Michael Höfer folgte als etwas in die Jahre gekommenen Mann, der „es nicht leicht hat“ und gern einmal wüsste, warum in Wien die Wiener Würstchen Frankfurter heißen und die Berliner in Berlin Krapfen.

Nach dem zweiten Auftritt der Tanzwiesel, die schon seit Jahrzehnten dem Mehrer Karneval beiwohnen und ein fester Bestandteil des Büttenabends sind, waren die Bänkelsänger dran, die ebenfalls traditionell mit dabei sind und regelmäßig die kleinen Fehltritte der Mehrer Bürger aufdecken.

So konnten sie von einem Schwan berichten, der die Bäckerei Jansen aufgesucht hat, von einem ehrlichen Schützen, der 720 Wertmarken zu viel bekommen hat, einem Erlebnis mit der Polizei, sowie einer nächtlichen Badeaktion. Doch so ist es eben, wenn bei der „Feierzeit in Mehr“ ein Dorf außer Rand und Band ist.

Da es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Unstimmigkeiten mit dem Kreis bei der Sperrung des Dorfes zum Schützenfest gekommen war, schlug Bürgermeister Christoph Gerwers den Mehrern vor, doch einfach eine Unterführung zu graben. Die passende Schaufel hatte er gleich mitgebracht.

In Verbindung mit Rom

Die Schaufel gab Kresken dann sogleich an das Haffener Dreigestirn weiter, das ebenfalls zu Gast war, seinen Tanz aufführte und klar stellte, dass das Trio „mit Rom in Verbindung“ steht. Denn schließlich steht die Nachfolge von Pastor Wolf noch aus.

Das Programm des Büttenabends war wirklich proppenvoll. „Der Janze“ begeisterte mit seiner Rede das Publikum ebenso wie Frank Ferber und auch die Bauchtanzgruppe. Die Emmericher „Fun Factory“ ließen Frauenherzen höher schlagen und die Garde des HKV die Männeraugen groß werden.

Es war ein rundum gelungener Abend, der sein großes Finale im Auftritt der zwei Lokalpatrioten „Torben und Oppi“ hatte, die mit selbst geschriebenen Liedern das Zelt zum Beben brachten. Mit einer Hommage auf den Festwirt, Hardy und Moni, sowie ihren Erzählungen über die Anfänge des Zeltkarnevals sprachen sie vielen aus der Seele. Und waren so das absolute Highlight des Abends.