Mehr als Amts- und Uniformträger

Emmerich..  Eine Friedenstaube im Anflug auf das Berliner Reichstagsgebäude, unter ihr in Reih und Glied Soldaten, einziger farbiger Punkt die Bundesflagge, die im Wind weht. So interpretiert Dr. Niels von Rosenstiel seinen „Einsatz für die Bundeswehr“. Es ist eines von zahlreichen Bildern von Angehörigen der Streitkräfte, die seit gestern Station im Emmericher Rheinmuseum machen. „Wenn Sie durch diese Ausstellung gehen“, so Bürgermeister-Kandidat Joachim Sigmund „werden sie feststellen, dass es den Künstlern gelungen ist, Leben und Dienen unserer Bundeswehr durch die Kunst öffentlich sichtbar zu machen.“

Stellvertretend für den Kommandeur des Landeskommandos NRW und als Vorsitzender der Emmericher Pionierkameradschaft freute er sich, dass die Ausstellung nach der im Eröffnung im Bundestag Ende 2014 erstmals im öffentlichen Raum und anlässlich der Kreis Klever KulTourtage gezeigt wird. Beeindruckende Werke von Freizeitkünstlern, so der einhellige Tenor der Besucher der Vernissage, die von Miriam Rozendaal (Querflöte) musikalisch begleitet wurde.

„Wir wollen die Öffentlichkeit auf dieses berührende Thema ‘Einsatz für Deutschland’ aufmerksam machen“, hob Major Tilmann Rißling vom Streitkräfteamt Bonn hervor. Wie schwer die Trennung ist gerade für Familien, wenn der Familienvater oder die -mutter in Krisengebieten im Einsatz ist, wurde an Hand mehrerer im Rahmen des 12. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr prämierten Werke deutlich. „Es bestand die Möglichkeit, alle Facetten der Einsätze darzustellen.“ Ob das „Eiserner Kreuz“ im Wandel Zeit, diesmal als QR-Code-Muster, oder das Foto einer Frau, die vor einem Wäscheberg, Rasenmäher, Aktenordern steht – und dessen Ehegatte ihr in Uniform gekleidet den Rücken zudreht und sich zum nächsten Einsatz verabschiedet.

Kordel verbindet zwei Bilder

All das zeigt die Ausstellung, die noch bis zum 7. Juni im Rheinmuseum zu sehen ist. Einen besonderen Favoriten hat auch Rolf Wickermann für sich entdeckt. „Das ist einfach nur beeindruckend“, meinte der Emmericher beim Blick auf „Gemeinsam stark“. Zwei Bilder verbunden mit einer Kordel, die den Soldaten im Einsatz auf der einen und die daheimgebliebene Ehefrau mit Kindern auf der anderen Seite zeigen. Kein Wunder, dass stets von einer Verankerung der Bundeswehr als Parlamentsarmee in dieser Gesellschaft die Rede war. „Es handelt sich mehr als nur um Amts- und Uniformträger“, so Joachim Sigmund.

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