Marktführer bei Caravan-Tischen

Viel Technik verbirgt sich in diesen Tisch. Man kann ihn in höhenverstellen und auch zur Seite kippen, damit dort abends die Betten ausgefahren werden können.
Viel Technik verbirgt sich in diesen Tisch. Man kann ihn in höhenverstellen und auch zur Seite kippen, damit dort abends die Betten ausgefahren werden können.
Foto: NRZ Emmerich
Was wir bereits wissen
Der Möbelmarkt befindet sich im stetigen Wandel. Möbelhersteller Vierhaus und sein Ableger Ilse versuchen Schritt zu halten – mit Nischengeschäften

Millingen..  In den Wohnmobilen und Wohnanhängern ist eines in der Regel Mangelware, nämlich Platz. Dennoch möchte der Wohnmobilist auf einen gewissen Komfort nicht verzichten. Beispielsweise sollte der Tisch eine bestimmte Größe nicht unterschreiten, um als Familie daran gemütlich essen oder spielen zu können. Seine Höhe kann aber schon während der Fernsehstunde stören. Und wohin mit dem Tisch, wenn sich die Familie zur Nachtruhe begeben will?

China und Osteuropa

„Inzwischen gibt es für fast alle Probleme eine Lösung“, erklärt Arndt Vierhaus, Geschäftsführer der Vierhaus-Gruppe. Spezialist für Funktionsmechaniken im Tischbereich ist das zur Vierhaus-Unternehmensgruppe gehörende Möbelwerk Ilse in Uslar. Hier werden unter anderem Techniken für Tische im Caravan-Bereich entwickelt und gebaut. „In diesem Bereich sind wir inzwischen europaweit Marktführer“, so Vierhaus.

In den vergangenen 15 Jahren ist die deutsche Möbelindustrie beinahe komplett zusammengebrochen. „Zwischen 80 und 90 Prozent der Möbel, die heute in Deutschland verkauft werden, werden in China gefertigt“, sagt ArndtVierhaus. Möbel, die Verbindungen mit Metall und Glas aufweisen, kommen vorwiegend aus Osteuropa. „Dort stehen hochmoderne Werke, gebaut mit Subventionen der EU“, so Vierhaus weiter.

Da kann der deutsche Unternehmer nicht mithalten, zumal hier die Lohnkosten um ein Vielfaches höher sind. Eine Entwicklung, die auch an Vierhaus nicht spurlos vorübergegangen ist. Wie bekannt musste das Unternehmen im Januar 2014 Insolvenz anmelden. Nach dem Gesund-Schrumpfen geht es bei Vierhaus seither mit 35 Mitarbeitern weniger weiter.

Auch das 1990 bei der Übernahme durch Vierhaus noch 600 Beschäftigte zählende Werk Ilse in Uslar hat unter den sich wandelnden Märkten einen Personalabbau nicht verhindern können. Dort arbeiten heute rund 100 Mitarbeiter. „Wir bedienen vorwiegend Nischen“, sagt Vierhaus. Das aber mit Erfolg. Durch die steigende Nachfrage nach Wohnanhängern und Reisemobilen konnte dieser Bereich in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut werden und ist mittlerweile ein wichtiges Standbein für den Standort geworden.

Hatte man 2002 nur eine knappe Handvoll Kunden, so wurde dieser Bereich auf annähernd 50 Kunden aus Deutschland, Frankreich, Sloweninen und Italien aufgestockt. Allesamt Caravan-Hersteller, darunter bekannte Unternehmen wie Hymer, Bürstner und Fendt.

Es sind innovative Techniken, die sich in den Möbeln des Vierhaus-Ablegers Ilse verstecken. Die Tische lassen sich nicht nur hoch- und herunterfahren, sondern sind auch mit Querlängsverschiebungen ausgestattet, um die Tischplatte in alle Richtungen verdrehen zu können. Zudem sind die Mechaniken leicht, also ohne große Kraftanstrengung, zu bedienen.