Marc Dauer ist neuer König

Rees..  17.58 Uhr streifte Schießmeister Hermann Terstegen die Schützenjacke über. „Ein untrügliches Zeichen, dass der Vogel bald fällt“, raunte ein Schützenbruder. Doch zunächst einmal gab es eine kleine Zwangspause. Die Sonne hatte sich hinters Bürgerhaus verzogen und blendete die drei Königsbewerber beim Schießen derart, dass erst einmal ein Teilstück der Plane des Unterstandes zu einer Sonnenblende umfunktioniert werden musste. 18.19 Uhr der Treffer mit dem 78. Schuss – ausgeführt von Marc Dauer. Jubel brandete auf, die neue Schützenmajestät des Bürgerschützenvereins (BSV) Rees-Stadt wurde der Eichblattkranz umgehängt.

„Er hat es verdient“, hieß es. Habe er doch jüngst junge Leute in den Verein des BSV geholt und den neuen Wahlspruch „Wenn aus Tradition Kult wird“ ersonnen. 34 Jahre jung ist König Dauer, arbeitet als Außendienstmitarbeiter bei der Gilde Gruppe in Bocholt, die Deko-Artikel vertreibt und teilweise auch herstellt. An seiner Seite regiert Linda van Alst. „Hoffentlich ist sie nicht umgekippt“, hatte Dauer nach seinem finalen Schuss geunkt. „Fast“, gab die junge Frau zu.

Wie die beiden anderen Königsbewerber, André Voss und Andreas Schmitz, gehört Marc Dauer zum I. Zug und einer gemeinsamen Thron AG. Womit sie nun zum Throngefolge gehören. Übrigens: Kurz bevor der Wettkampf dem Ende entgegen ging, entschlossen sich auch noch Lothar und Thomas Jansen (II. Zug) zum Mitschießen.

Die Preise gingen an: Johannes van Acken (Reichsapfel), Peter Moser (Zepter), Jan Scholten (Kopf), Jens van de Mötter (linker Flügel), Christoph Eyting (rechter Flügel).

Laurent Becker war 2014 einer der glücklichsten Könige gewesen. Am Samstag hatte er mit seiner Königin Doris einen wunderbaren Königsball gefeiert, der an guter Stimmung kaum zu toppen war. Um so betroffener waren die Schützenbrüder gewesen, als ihr König beim morgendlichen Frühstück am Sonntag im Bürgerhaus einen Schwächeanfall erlitt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Doch es war sein dringender Wunsch, dass der Sonntag, der eigentlich große Tag des Königs, wie geplant ablaufen solle. Das war die Stunde des Vizekönigs Thomas Lang, der in die Rolle des Königs schlüpfte und mit Königin Doris die Parade abnahm und durch die Straßen der Stadt zog. Beim Jungschützenkönigsschießen war der Jubel groß, als Malte Wewers, der erst drei Tage Mitglied im Jungschützenzug ist, nicht nur den rechten Flügel traf, sondern auch den Vogel von der Stange holte und Jungschützenkönig wurde. Der große Jubel der Jungschützen war ihm sicher, noch größer wurde er, als sein Vater Berni, den man schnell informiert hatte, den Saal betrat. Major Peter Eyting verriet, dass der „neu’ gebackene“ Jungschütze sogar noch einen weiteren Orden an diesem Tag verliehen bekam, denn auch beim Vizekönigschießen war er erfolgreich: Hier sicherte er sich den rechten Flügel. Jungschützenkönig wurde Jürgen Mertens jun.