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Logistik Hövelmann hofft auf eine Gesamtlösung

27.07.2015 | 22:00 Uhr
Logistik Hövelmann hofft auf eine Gesamtlösung
Wilhelm Hövelmann (r) und Frank Maslock (Niederlassungsleiter Haldensleben) wünschen sich eine bundesweite Lösung.Foto: DIANA ROOS

Millingen/Haldensleben.   Die Spediteure aus Rees halten nicht viel von Gigalinern, wohl aber von Fahrzeugen mit der in NRW favorisierten Gesamtlänge von 17,80 Metern. Dann aber bundesweit

Wilhelm Hövelmann hatte in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Leiter seiner Niederlassung in Haldensleben, Frank Maslock, einen Termin beim Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Thomas Webel. Das Logistik-Unternehmen aus Millingen mit einer großen Niederlassung in Sachsen-Anhalt steht vor einer großen Investition, deren Sinn hinterfragt wird. Sollen verlängerte Sattelzüge gekauft werden oder nicht?

In NRW nämlich wurde in der vergangenen Woche die verkürzte Form der Gigaliner erlaubt, allerdings nur in der Testphase bis Ende 2016. Die Sattelzüge dürfen nur eine Länge von 17,80 Metern haben. Eine Länge, mit der Geschäftsführer Wilhelm Hövelmann gut leben kann und die dem Unternehmen durchaus zugute kommen könnten, wären diese sogenannten Euro-Trailer auch in Sachsen-Anhalt erlaubt. Sind sie aber nicht. Und da in diesem Bundesland im März 2016 gewählt wird und bis dahin laut Koalitionsvertrag keine Veränderung möglich sind, wird es hinsichtlich Gigaliner beziehungsweise ihrer kleinen Schwester, dem Euro-Trailer mit einem 1,30 Meter längerem Auflieger, kein grünes Licht geben. Das signalisierte der Minister dem Logistiker aus Rees.

Wie es in NRW nach dieser Testphase weitergeht, weiß auch niemand. „Also haben wir jetzt erst einmal 15 Standardzüge bestellt“, berichtet Wilhelm Hövelmann. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass es keine bundeseinheitliche Regelung gibt.“ Was zudem auch den Wettbewerb verzerrt.

„Wenn der Standard Sattelzug 16,50 Meter lang ist und ich ihn um 1,30 Meter verlängern kann, also auf die erlaubten 17,80 Meter komme, kann ich in einen Lkw zwölf Prozent mehr laden“, rechnet Wilhelm Hövelmann vor. Damit werde eine Kraftstoffersparnis von zehn Prozent erreicht, die CO2-Emission reduziere sich auf über zehn Prozent und — das hält Wilhelm Hövelmann für besonders wichtig – die Sattelzüge kommen mit der gegebenen Verkehrs-Infrastruktur zurecht. „Derzeit fahren 260 Lkw, wir könnten zehn wegen der erhöhten Ladekapazität einsparen.“

Natürlich würden die Gigaliner mit einer Länge von 25,25 Metern noch rentabler fahren, da sie Platz für 53 statt derzeit 35 Paletten bieten. Aber sie sind nur dort einsetzbar, wo sie auf direktem Weg von einem Logistikstandpunkt zum nächsten fahren. „Das wäre bei uns von Haldensleben nach Ratingen“, erklärt Geschäftsführer Bernd Hövelmann. „Doch wenn der Gigaliner von der Autobahn abfährt, kommt er nicht durch den Kreisverkehr.“ Hinzu komme, dass die Parkplätze auf den Autobahnen für Gigaliner nicht groß genug, die Notfallbuchten zu klein sind. „In den Niederlanden sind seit geraumer Zeit die 25 Meter langen Lkw unterwegs. Da stimmt die Infrastruktur, die Kreisverkehre sind entsprechend breit.“

„Es gibt noch einen Grund, mehr Güter in längere Lkw zu laden, um Fahrzeuge einzusparen, denn es mangelt an Lkw-Fahrern“, weiß Wilhelm Hövelmann. „Und einen Gigaliner zu steuern ist um ein Vielfaches schwieriger. Sicherlich würden viele unserer Fahrer dieses gerne versuchen, aber im Alltag kommen die Probleme“, schaut Hövelmann in die Zukunft. Derzeit bleibt sein Wunsch unerfüllt, seinen Wagenpark auf 17,80 Meter lange Sattelzüge umzurüsten.

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2015-07-27 22:00
Emmerich