Linden am Ehrenmal in Isselburg werden gefällt.

Die Linden rund ums Ehrenmal müssen gefällt werden.
Die Linden rund ums Ehrenmal müssen gefällt werden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Standsicherheit kann nicht mehr gewährleistet werden, da die rund 80 Jahre alten Bäume Stockfäule aufweisen. Es soll Neuanpflanzungen geben.

Isselburg..  Es wurde ein fast apokalyptisches Bild gemalt. Von einer großen Gefahr für die Bevölkerung war die Rede. Da war die Entscheidung der Politiker keine Überraschung mehr. Einstimmig – lediglich Kerstin Hebing (SPD) enthielt sich – wurde der Beschluss gefällt. Und jetzt werden die Linden am Ehrenmal in Isselburg gefällt.

Zu Beginn der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses machte Bauamtschef Michael Carbanje deutlich, dass die Zeit drängt. Denn die Linden stellen eine akute Gefahr da, weil die Standsicherheit nicht mehr garantiert werden kann. Zu diesem Ergebnis seien sowohl ein externer Gutachter als auch die ausgewiesenen Experten beim Bauhof gekommen. Zunächst hatte der Gutachter allerdings noch den Ratschlag gegeben, die Linden als Kopfbäume auszubilden. Der klassische Kopfbaum am Niederrhein ist die Weide. Nicht nur Weiden können zu Kopfbäumen erzogen werden. Auch Pappeln, Eschen, Eichen, Erlen und eben Linden können diese Kopfform durch regelmäßigen Schnitt entwickeln. Allerdings ist der Pflegeaufwand von Kopfbäumen deutlich höher.

Doch die Alternative Kopfbäume wurde eh wieder verworfen. „Die Bäume am Ehrenmal weisen Stockfäule auf“, erläuterte Carbanje. Zudem habe in einen Baum 2009 der Blitz eingeschlagen. Als weiteres Manko wurde festgestellt, dass die Trägheit der Äste den Stamm auseinander drücke. Kurt Istemaas (CDU) gab zu Bedenken, dass Linden ohnehin maximal eine Lebensdauer von ungefähr 120 Jahren haben. Die Linden am Ehrenmal sollen vor ungefähr 80 Jahren gepflanzt worden sein.

Die Politiker waren sich im Prinzip darüber einig, dass es am Ehrenmal Neuanpflanzungen geben soll. Um welche Bäume beziehungsweise Gewächse es sich dabei handeln wird, wurde noch nicht abschließend geklärt.

Dass die Fällung der Bäume überhaupt im Bau- und Umweltausschuss behandelt wurde, war gar nicht unbedingt notwendig. „Das Geschäft der laufenden Verwaltung ist die Verkehrssicherungspflicht“, sagte Carbanje. Ergo: Die Stadtverwaltung hätte – quasi bei Gefahr in Verzug – die Fällung der Linden ohne entsprechenden Beschluss der Isselburger Politik durchführen lassen können.