Lichtblick für Isselburger Jugendarbeit

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Was wir bereits wissen
Seit Januar 2013 fehlt Geld zur Besetzung einer Stelle zur aufsuchenden Betreuung von Heranwachsenden in Isselburg. Geld aus der Trox-Stiftung könnte das Problem nun lösen.

Isselburg..  Einen Lichtblick gibt es für die Jugendarbeit in Isselburg. Denn wie es aussieht, könnte schon bald eine seit Januar 2013 unbesetzte halbe Stelle in diesem Bereich endlich wieder besetzt werden. Das zumindest geht aus den Unterlagen für den nächsten Ausschuss für Jugend, Schule, Sport, Kultur und Soziales hervor. Dass die halbe Stelle mit Leben gefüllt wird, ist besonders für einen Isselburger Ortsteil nicht unwichtig. Denn seit Ende des Jahres 2013 ist das Jugendhaus in Werth als Anlaufstelle für Heranwachsende geschlossen. Aus finanziellen Gründen konnte die evangelische Kirchengemeinde Werth das Angebot nicht aufrecht erhalten. Nun könnte es also schon bald wieder Programm für Jugendliche dort, aber auch in anderen Teilen der Stadt geben. Denn geplant ist, die halbe Fachkraftstelle für eine aufsuchende Jugendarbeit zu nutzen.

Fachkraft mit offenem Ohr

Aufsuchende Jugendarbeit ist für Jugendliche gedacht, die nicht oder auch nicht mehr durch die klassischen Einrichtungen – wie die Jugendhäuser in Anholt oder Isselburg – erreicht werden können. Die Fachkraft geht dann regelmäßig zu Orten, an denen sich die Jugendlichen treffen – redet dort über Probleme, oder initiiert gemeinsame Projekte um mit den Kids in Kontakt zu kommen. Die so genannte aufsuchende Jugendarbeit ist in Isselburg schon mehrfach diskutiert worden. Die Politik steht ihr positiv gegenüber. So hat der Rat der Stadt sich bereits im April vergangenen Jahres für die Errichtung einer solchen Stelle ausgesprochen. Und auch für die Finanzierung einem jährlichen Zuschuss von 9700 Euro im Haushalt vorgesehen.

Und dieses Geld wird wohl schon bald genutzt werden können. Denn nachdem das Jugendamt Ende 2014 dem zuständigen Ausschuss mitgeteilt hat, dass es möglich ist Fördergelder beim Kreis Borken und bei einer Stiftung zu bekommen, um eine solche Fachkraft ohne weitere finanzielle Belastungen für die Stadt zu realisieren, wurden zwei Stellen aus dem Bereich der Jugendarbeit aktiv. Die Kirchengemeinde St. Pankratius Anholt, als auch das DRK Borken reichten jeweils ein Konzept beim Kreis Borken ein. Das Ergebnis: Die Trox-Stiftung beschloss, dass das Projekt „Grenzenlos – mobile Jugendarbeit des DRK“ zunächst für zwei Jahre mit jährlich 10 000 Euro gefördert wird. Und das schon theoretisch seit dem 1. Januar 2015. Daher hofft nun die Verwaltung, so legt es auch Bürgermeister Rudi Geukes dar, die halbe Fachkraftstelle möglichst schnell — unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Richtlinien – wieder zu besetzen.

Dafür, warum man sich letztlich gegen die katholische Kirchengemeinde und für das DRK entschieden hat, werden auch Gründe genannt. So verfüge das DRK in Isselburg bereits über gute Strukturen vor Ort. Das DRK ist Träger der Schulsozialarbeit an der Verbundschule, einem für die Stelle der aufsuchenden Jugendarbeit sehr wichtigem Kooperationspartner.

Jugendwerk noch nicht vom Tisch

Und noch ein wohl entscheidender Pluspunkt, der dem DRK den Zuschlag sicherte: Das DRK steht der Gründung eines Jugendwerkes in Isselburg sehr positiv gegenüber – so wird in der Vorlage des Ausschusses erklärt. Zudem hat das DRK zugesichert, im Falle einer Jugendwerksgründung Mitglied des Jugendwerkes zu sein, sodass die Stelle der aufsuchenden Jugendarbeit dort entsprechend verankert werden könnte.

Die Stadt versucht schon länger ein Jugendwerk für Isselburg zu realisieren. Bislang fehlte dafür aber ein entsprechender Träger. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinden lehnten die Gründung unter ihrem Dach bislang ab. Im April 2014 hatte der Rat die Isselburger Verwaltung beauftragt, die Gründung eines Jugendwerks als eigenständigen Verein zu forcieren.