Leben und leben lassen

Danke, lieber Kreis Kleve! Offenbar gibt es in der Kreisverwaltung noch Menschen, die nicht jeden Blödsinn mitmachen. „Pingelskram pur“ sei die Reeser Gestaltungssatzung. Man habe besseres zu tun, als zu kontrollieren, wer die seitliche und rückwärtige Einfriedung seines Grundstücks in Rees höher gebaut hat als erlaubt. Gut so! Man muss die Menschen auch einfach mal leben lassen und sich nicht in alles einmischen.

Klar, es muss gewisse Rahmenbedingungen geben, damit nicht jeder Hauseigentümer vogelwilde Gestaltungsformen wählt. Aber die Reeser Politik geht aus meiner Sicht zu weit. Der gesunde Menschenverstand sollte das Maß der Dinge sein. Der Einzelfall kann sehr unterschiedlich sein. Es kann nicht sein, dass man den direkten Einblick ins große Wohnzimmerfenster, womöglich noch aus drei Metern Abstand, nicht durch einen entsprechenden Zaun verhindern kann, weil die Hausseite an der „falschen“ Straßenseite liegt. Von „Käfighaltung“ ist die Rede, wenn die Bürger sich lieber etwas einigeln wollen. Wohin soll sich der Mensch denn noch zurückziehen können, wenn nicht in die eigenen vier Wände? Wer will schon morgens vom Nachbarn mit den Worten begrüßt werden „Na, haste gestern also auch ,Tatort’ geguckt?“ Nein, auch wenn der Nachbar lieb und nett ist, er muss nicht alles wissen.

Was spricht denn gegen Gabionen? Sind die den idealistischen Grünen nicht grün genug? Es gibt viele Beispiele für gelungene Gestaltungen mit Gabionen. Das ist doch wohl Geschmackssache. Was maßt sich die Politik an, den Menschen solche Feinheiten vorzuschreiben? Wenn man Bürokratie abbauen will, hier wäre es leicht!