Lagerhalle wird zur Werkstatt

Gerd (54), Sebastian (28) (v.re.) und Lukas van Ackeren (26, nicht auf dem Foto) leiten die Firma. Links Mitarbeiter Gerd Raayman
Gerd (54), Sebastian (28) (v.re.) und Lukas van Ackeren (26, nicht auf dem Foto) leiten die Firma. Links Mitarbeiter Gerd Raayman
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach Stabswechsel in der Geschäftsführung will Landtechnik van Ackeren in Rees-Bienen das Unternehmen modernisieren. Ausbildung hat weiter hohen Stellenwert

Bienen..  Die Landwirte rund um Rees fühlen sich nach eigenen Angaben „wie im gelobten Land“. Sagt Sebastian van Ackeren. „Hier gibt’s in einem kleinen Umkreis über eine Handvoll Unternehmen, die mit Landtechnik handeln“, weiß der 28-Jährige. Was sich auf die Preise auswirke, „weil die Landwirte eine gute Verhandlungsbasis haben“. Seit Anfang Januar bilden Sebastian van Ackeren, sein Bruder Lukas und Vater Gerd die neue Geschäftsführung des Unternehmens. Das soll jetzt modernisiert werden.

Nachdem sich Firmengründer Josef van Ackeren altersbedingt aus dem Betrieb zurückgezogen hat, führen Gerd van Ackeren (54) und seine Söhne die Geschäfte. Die hatten zuvor die Milch-Transport-Firma van Ackeren betrieben. „Wir haben sieben Tankwagen mit 18 Fahrern“, erklärt Gerd van Ackeren. Die sind im Zweischicht-Betrieb fast rund um die Uhr im Einsatz, um die Milch von den Landwirten im Umkreis von gut 40 Kilometern zur Molkerei nach Belgien zu fahren.

„Das machen wir auch weiter“, betont der Spediteur. Doch jetzt wolle man sich auf die „Landtechnik“ konzentrieren, um sich ein zweites Standbein aufzubauen. In diesem Jahr noch soll beispielsweise eine Halle, die zurzeit als Lager dient, zusätzlich zur Werkstatt umgerüstet werden.

Geld müsse auch in moderne Messgeräte für Fahrzeug-Diagnosen sowie in neues Werkzeug gesteckt werden, wissen die van Ackerens. Denn die Konkurrenz, von der es reichlich in der direkten Umgebung gebe, schlafe ja auch nicht, erzählt Sebastian van Ackeren. Er ist im Betrieb fürs Kaufmännische zuständig.

Gut aufgestellt fühlt sich die Firma, die 1960 gegründet wurde, auf jeden Fall. „Wir bieten unseren Kunden alles, von der Schraube bis zum Trecker“, lobt Mitarbeiter Gerd Raaymann besonders das umfangreiche Ersatzteillager.

Und natürlich die gut ausgebildeten 15 Mitarbeiter im Landtechnik-Bereich. Hinzu kommen noch vier Auszubildende, die ihr Handwerk von der Pike auf lernen. „Heute heißt der Ausbildungsberuf ‘Land- und Baumaschinen-Mechatroniker’“, klärt Sebastian van Ackeren auf. Die jungen Männer sind nach ihrer Ausbildung Allrounder, die handwerklich und elektronisch so ziemlich alles können (müssen).

Entsprechend gefragt sind sie, „leider auch von der Industrie“, grollt Gerd van Ackeren. Denn die könne besser zahlen, die Arbeit dort sei auch nicht so beschwerlich wie im Landmaschinen-Bereich. Immerhin hätten die eigenen Leute in Stoßzeiten auch Rufbereitschaft, müssten dann mit dem Servicewagen aufs Feld, um etwa Traktoren oder Pflüge zu reparieren.

Zurzeit sei es noch möglich, genügend geeignete junge Leute für eine Ausbildung zu gewinnen. Und trotz aller Probleme, die man bewältigen muss: Die Arbeit mache Spaß, sagt Sebastian van Ackeren.