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Lärmschutzwände bis zu 4 m hoch

03.01.2012 | 17:04 Uhr
Lärmschutzwände bis zu 4 m hoch

Praest.   Bahn leitet Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Praest ein. Vier neue Bauwerke. Baurecht ist für 2013 angepeilt.

Die DB Projektbau hat dem Eisenbahn-Bundesamt in Essen die Unterlagen für den Betuwe-Bau in den „Südstaaten“ zugeleitet.

Damit ist das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt 3.3 aufs Gleis gesetzt. Ein Termin für die Bürgerunterrichtung steht noch nicht fest, so Bahn-Sprecher Manfred Ziegerath zur NRZ. Mit Baurecht wird im Jahr 2013 gerechnet. Er lasse bei der DB noch prüfen, ob der Lärmschutz zumindest in Teilbereichen vorgezogen werden könne: „Als Laie würde ich Nein sagen“, äußert sich Ziegerath zurückhaltend. Die Kosten für den Abschnitt 3.3 konnte er nicht beziffern.

Lage: Der 4,5 Kilometer lange Streckenabschnitt beginnt 250 Meter vor dem Bahnübergang Kerstenstraße, führt dann durch Praest und verläuft anfangs parallel zur B 8 nördlich des Bienener Altrheins und endet hinter Vrasselt. Bis auf Höhe des Neubaugebietes Praestsches Feld ist das 3. Gleis in Blickrichtung Emmerich linksseitig – südlich der vorhandenen Gleise – geplant. Von Vrasselt bis Abschnittsende wird das Gleis wegen geringer Bebauung rechts der Trasse angeordnet.

Sieben Bahnübergänge entfallen

Neue Bauwerke: Alle sieben Bahnübergänge (BÜ) sollen beseitigt und durch vier neue Bauwerke ersetzt werden. Dadurch, so die Bahn, gehörten Wartezeitzeiten vor geschlossenen Schranken der Vergangenheit an.

Die Straßenüberführung an der Baumannstraße ersetzt den BÜ Kerstenstraße und führt den Straßenverkehr über die Gleise.

Hier die Grafik von Gerd Bertelmann zum Anklicken - in voller Größe.

Die Eisenbahnüberführung Sulenstraße für den Fußgänger- und Radverkehr ersetzt den dortigen BÜ. Der Fußgänger- und Radverkehr wird in einem Stahlbetonrahmenbauwerk mit einer lichten Höhe von 2,50 m und einer lichten Weite von 6 m unter der Eisenbahn hindurchgeführt. Das Bauwerk verfügt über barrierefreie Rampen, die auch eine einfache Überquerung mit Rad oder Kinderwagen ermöglichen.

Die Eisenbahnüberführung Praestsches Feld (Ersatz für die BÜ Raiffeisenstraße und von-der-Recke-Straße) bietet Platz für die zweispurige Straße und einen Geh-/Radweg. Hier ist ein Stahlbetonrahmenbauwerk mit einer lichten Höhe von 4,50 m und einer lichten Weite von 31,75 m vorgesehen.

Diese Abmessungen gelten auch für die Eisenbahnüberführung Broichstraße, die den BÜ ersetzt.

Der BÜ Grüne Straße wird durch den Ausbau des Seitenweges vom Auweg zur Hueskampstraße ersetzt. Der BÜ Schwarzer Weg fällt weg.
Lärmschutz: Rund 8 km Schallschutzwände sind nördlich und südlich der Gleise sowie zwischen den Gleisen vorgesehen. Die Höhe variiert zwischen 2 und 4 Metern, jeweils ab Schienenoberkante gemessen. Um weitere drei Dezibel können die Lärmemissionen durch regelmäßiges Messen und Schleifen der Schienen („Besonders überwachtes Gleis“ ) auf ca. fünf Kilometern reduziert werden.

Für rund 270 Wohneinheiten, bei denen die Schallpegel trotz aktiven Lärmschutzes überschritten werden, ist zusätzlich passiver Schallschutz durch den Einbau von Schallschutzfenstern nötig.

Erschütterungsschutz: Auf einer Länge von vier Kilometern ist in den Wohnlagen von Berg, Praest und Vrasselt der Einbau von „besohlten Schwellen“ geplant, um die Erschütterungen zu reduzieren.

Baustellen-Logistik: Im Planungsabschnitt Praest fallen 52 000 Kubikmeter Oberboden und 43 000 cbm überschüssige Bodenmaterialien an; das entspricht 3200 Güterwaggons. Die Materialien sollen gleich wieder verbraucht werden, z.B. für den Unterbau.

Bauablauf: Vor dem 3. Gleis sollen die neuen Brückbauwerke entstehen. Der Transport der Baustoffe erfolgt per Schiene und Lkw. Komplettsperrungen von Schienen und Straßen sollen auf Ausnahmen begrenzt werden.

Infos: www.deutschebahn.com/emmerich-oberhausen. Anmerkung: Das Thema „Sicherheit“ wird in der Bahn-Info nicht behandelt.

Haltepunkt Praest: künftig ein bequemerer Einstieg

Am Haltepunkt Praest werden die beiden bestehenden Bahnsteige durch neue ersetzt. Sie werden mit einer Höhe von 76 cm 38 cm höher sein als die alten und so einen bequemeren Einstieg ermöglichen. Die beiden Außenbahnsteige werden um 150 m nordwestlich in Richtung Emmerich verschoben und mit einer Länge von je 180 m errichtet. Das Mittelgleis hat keinen Bahnsteig. Die Bahnsteige sind ca. 3 m breit und über barrierefreie Zugänge und eine Treppe erreichbar. Zum jeweils gegenüber liegenden Bahnsteig gelangt man über die neue Eisenbahnüberführung Sulenstraße.

Norbert Kohnen

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