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Kabarett

Lachen inklusive

20.03.2010 | 09:00 Uhr

Emmerich. Die Entscheidung fiel den etwa 200 Zuhörern im PAN sichtlich schwer.

Bei der sechsten Vorentscheidungsrunde zum niederrheinischen Kabarettpreis „Das Schwarze Schaf“ traten vier Kabarettisten der Extraklasse auf.

Als Publikumsliebling des Abends erwies sich Michael Sens, der sich vor allem mit seiner Udo-Lindenberg-Parodie in das Lachmuskel-Zentrum der Kabarettfans sang und spielte. Die Anzahl der Lacher und Beifallsstürme gaben schon während seines Auftritts einen wichtigen Hinweis auf den Sieger des Abends.

Denn als besonders sehens- und hörenswert erwies sich seine pantomimische Darstellung einer Geschichte, in der er „Jackson-gleich“ über die Bühne schwebte.

Auch seine Fußballreportage aus dem Himmel, in der er berühmte Komponisten gegeneinander antreten ließ, konnte als Pluspunkt auf der nach oben offenen Schwarzes-Schaf-Richterskala gelten.

Nach diesem quirligen Auftritt führte der Bochumer Peter Rodemeyer als Kabarettist des Wortes wieder in ruhiges Fahrwasser, was die Art der Präsentation betraf.

Themen wie der harte Winter oder sein zahnendes Baby standen neben politischen Rundumschlägen auf dem Programm. Wie auch bei den anderen ist Guido Westerwelle zurzeit ein dankbares Kabarettisten-Opfer. Aber auch Dirk Niebel, der sein Entwicklungshilfe-Ministerium so lange mit „nicht geeignetem militärischen Personal bestückt, bis sich dessen Abschaffung endlich lohnt“.

Als wahre Eisbrecher des Abends hatte sich zuvor das Ensemble Weltkritik aus Leipzig erwiesen. Ganz beiläufig flochten Bettina Prokert und Maxim Hoffmann Emmericher Lokalkolorit in ihr Programm: „Sogar der Ku-Klux-Klan ist hier – wir lesen KKK.“ Und in ihrem Song „Ich habe Angst“ standen die Zuschauer selbst im Mittelpunkt: zum Beispiel die „gut situierten jungen Pseudo-Punks“ in der ersten Reihe des PAN kunstforums.

Der Beifall war ihnen gewiss wie auch dem fränkischen Kabarettisten Björn Pfeffermann. Er dachte die demographische Situation konsequent zu Ende, in der sich unser Kontinent zum „Inkontinent“ entwickelt. Da heißt es für die Hartzer „Schuften im Altenheim bis zum Hartz-Infarkt“. Fazit: Ein äußerst unterhaltsamer Abend mit Lachgarantie!

Welche sechs von den 16 Kabarettisten der Vorrunden es bis ins Finale schafft, steht erst nach den letzten beiden Vorausscheidungen in Moers fest. Die müssen sich dann am 24. April in Duisburg den Juror-Augen des Entertainers Harald Schmidt stellen.

Gisela Behrendt

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