Kunst verbindet

Foto: FUNKE Foto Services

Rees..  In diesem Jahr sind es Schüler der Reeser Rheinschule, die sich für die Teilnahme am Kunstprojekt „Niederrhein Inkognito“ in den Werkstätten der Lebenshilfe angemeldet haben. „Mehr als es freie Plätze gab“, freute sich die Pädagogin Regine Heyer über das Interesse ihrer Schüler, an drei Tagen künstlerisch tätig zu sein.

In gemischten Gruppen von Menschen mit und ohne Behinderung setzten sie sich künstlerisch mit den Themen „Tiere, Sagen oder Türme am Niederrhein“ auseinander. Dazu schlüpften sie in die Rolle des Steinmetz und Bildhauers und arbeiteten mit Ton oder Tuffstein. Hintergrund des Projektes: Durch die Zusammenarbeit am Kunstprojekt von Menschen mit und ohne Behinderung sollen Berührungsängste abgebaut und sozial-kommunikative Kompetenzen verbessert werden.

Ausgestattet mit Schutzbrillen und Arbeitsschuhen machten sich die jungen Leute an die Arbeit, nachdem Bildhauer Heiner Woltermann die Workshopteilnehmer darüber aufgeklärt hatte, wie die Römer den Tuffstein auf Flößen über den Rhein an den Niederrhein brachten. „Euer Arbeitstisch ist jetzt das Floß, auf dem ihr nun aus dem Stein etwas herausarbeiten sollt.“ Nils Diesfeld entschied sich für eine Wasserschildkröte, die bald schon Gestalt annahm. „Wenn es auch heißt, Tuffstein ist ein leichter Stein, so ist er verdammt schwer, wenn man ihn umdrehen muss“, musste sich der Rheinschüler eingestehen. Philip Glöser arbeitete an einem Fisch, dessen Schuppen er in kleinen Halbkreisen aus dem Tuffstein schlug. Sein Schulkollege Romano Buley hatte seinen Arm mit geballter Faust in den Stein gehauen und damit eine Negativform geschaffen. „Die muss jetzt glatt geschliffen werden“, leitete ihn Woltermann an. Die Geschwister Cedric und David Müller arbeiteten konzentriert an ihren Skulpturen aus Tuffstein, eine soll ein Haus werden – mit einem großen Giebel. Ein Kollege aus der Lebenshilfe-Werkstatt schuf ein kleines Meisterwerk, ein Schubschiff mit Containern, während die einzige Dame in der Runde das Material Ton bevorzugt und ein Kugelspiel getöpfert hatte.

Zeitgleich fanden Workshops in Kranenburg, Nettetal und Viersen statt. Dort arbeiteten die Teilnehmer mit Wolle und Holz oder sie gestalteten bildnerische Werke. Ein zweites Inklusionsprojekt führte die Lebenshilfler in dieser Woche zum Reeser Meer, wo sie unter Leitung von Tuve von Bremen vom Naturschutzzentum mit Schülern des Klever Berufskollegs Schwimmflöße bauten.